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| 14:55 Uhr

Schnelle Pferde in Arnsdorf
Arnsdorfer Pferdemarkt entwickelt sich zum Kutschentreffen

Rasantes Rennen: Frank Seidling vom Mückenberger Reit- und Fahrverein beweist sich im Kutschenparcours.
Rasantes Rennen: Frank Seidling vom Mückenberger Reit- und Fahrverein beweist sich im Kutschenparcours. FOTO: Mirko Sattler
Arnsdorf. Pferdemarkt war gestern: Heute peitschen Kutschen durch den Parcours. Die beliebte Arnsdorfer Veranstaltung ist im Wandel. Das zeigte auch das vergangene Wochenende. Von Mirko Sattler

Seit 27 Jahren werden immer im August vorwiegend Pferde auf dem Festplatz im Ruhlander Ortsteil Arnsdorf gehandelt. Zumindest war es in den Anfangsjahren so. Heute hat sich der Pferde- und Bauernmarkt eher zu einer Pferdeausstellung gewandelt. Reihten sich in den Anfangsjahren die Pferde an der 50 Meter langen Anbindestange wie auf einer Perlenschnur auf, so waren am vergangenen Samstagvormittag gerade einmal zwölf Pferde zu finden. „Der Pferdemarkt wird von Jahr zu Jahr kleiner. Ein Verkauf wird schon lange nicht mehr hier getätigt. Die Geschäfte werden im eigenen Stall gemacht. Wenn jemand ein Pferd zum Turnierreiten sucht, wird er sich das aus einem richtigen Zuchtbetrieb holen. Alle hier ausgestellten Pferde sind nur Hobbypferde“, erklärt der Dorfclub-Vorsitzende Rick Hoffmann.

Der Arnsdorfer Bauern- und Pferdemarkt ist eine der beliebten Veranstaltung in der Region. Dass die Resonanz aber schon seit Jahren rückläufig ist und er kein klassischer Bauernmarkt ist, wie man sich ihn vorstellt, ist den Veranstaltern vom Dorfclub klar. Daher konzentriert sich der Dorfclub nun auf das Kutschenrennen: Zwölf Gespanne mit insgesamt zwölf Pferden, darunter sieben Ponys und fünf Großpferde meisterten den Parcours, der dem aus dem Vorjahr ähnelte.

Unter ihnen war auch Frank Seidling mit seinem Team vom Mückenberger Reit- und Fahrverein. „Seitdem es das Kutschenrennen gibt, sind wir hier dabei. Heute haben wir zwei Kutschen und vier Pferde mitgebracht. Somit sind wir mit vier Gespannen am Start. Extra vorbereitet haben wir uns nicht. Wir machen alles aus Spaß an der Freude“, erzählt Frank Seidling, während er den Parcours noch einmal abläuft. In seinen Augen die gefährlichste Stelle ist das Hindernis mit den Fässern, die unter die Kutsche kommen könnten.

Den Wettkampf aus Anfangszeiten kennt Heiko Richter noch. „Früher hat es einmal einen Amtspokal bekommen. Schwarzbach richtete das erste Rennen aus, Arnsdorf das zweite. Der Sieger aus den beiden Wettkämpfen bekam den Pokal. Leider ist dieser Wettkampf eingeschlafen. Wohl auch, weil die einstigen Teilnehmer schon verstorben sind und junge Teilnehmer nicht nachkommen. Ein Anreiz für mehr Teilnahme könnte ein Wassergraben sein“, meint der 37-jährige Schwarzbacher, der in Arnsdorf mit zwei Pferden am Start ist. Er kann sich noch daran erinnern, wie sein Vater das erste Gespann im damals noch stattfindenden Jannowitz kaufte.

Einer der ebenfalls seit Jahren auf dem Markt vertreten ist, ist Mirko Krause. „Heute stelle ich nur Pferde aus, damit der Veranstaltungsname gerecht wird. Die Zeit der Verkäufe ist vorbei. Meine Pferde nehme ich nur für den Kremserbetrieb und eventuell ab und zu mal zum Reiten“, verriet der 43-jährige Arnsdorfer. Während er noch unsicher ist beim Kutschenrennen mitzumachen, soll nach seiner Aussage die Teilnahme am Hahnenrennen schon stehen. Dann wird sein Neffe Marcel Hoffmann wieder um den Pokal kämpfen und versuchen, den Sieg der letzten Jahre zu verteidigen.

Am Sonntagmorgen ist das große Traktortreffen auf der Wiese des Arnsdorfer Bauernmarktes gestartet. Auf der Freilichtbühne ging es am Nachmittag musikalisch zu. Der Männergesangsverein hatte aus Anlass seines 135-jährigen Bestehens zum 19. Amtssängertreffen eingeladen.