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| 02:46 Uhr

Arbeitswelt auf den Kopf gestellt

BASF-Mitarbeiter aus Schwarzheide werden regelmäßig von Schülern des Emil-Fischer-Gymnasiums am Computer fortgebildet.
BASF-Mitarbeiter aus Schwarzheide werden regelmäßig von Schülern des Emil-Fischer-Gymnasiums am Computer fortgebildet. FOTO: Steffen Rasche/BASF
Schwarzheide. Bei "Jugend forscht" beteiligen sich auch zwei Schülergruppen aus Schwarzheide. Während ein Team die Arbeitswelt auf den Kopf stellt, verblüfft das andere mit einer These zum Tabakrauch. Jan Augustin

Diese These dürfte bei Rauchern das schlechte Gewissen ansteigen lassen: Tabakrauch verpestet die Umwelt viel stärker als Abgase von Autos mit Katalysatoren. Aufgestellt worden ist dieses Fazit von Anne Schulze, Chris Lehmann und Danny Hentschel vom Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide. Die Schüler der Oberstufe beteiligen sich am Regionalwettbewerb Ost von "Jugend forscht", der am 9. März in Erkner stattfindet. In Schwarzheide und an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden haben die Jugendlichen dafür die Vorarbeit geleistet, indem sie die Abgaswerte von Fahrzeugen mit und ohne Katalysator maßen, erläutert Chemie- und Biologielehrerin Elke Gutsch. Wie viel Zigarettenqualm in die Luft steigt, recherchierten sie in der Fachliteratur. Außerdem bezogen sie eine Hochrechnung rauchender Schüler am Gymnasium mit ins Kalkül.

Die Schwarzheider Schule ist regelmäßig bei "Jugend forscht" dabei. Vor vier Jahren gewann sie sogar den Landeswettbewerb, als sie das Wohlfühlverhalten in einem Passivhaus - ihr eigenes Schulgebäude - untersuchten. Aber auch sonst lässt das Gymnasium immer wieder mit zweiten und dritten Plätzen aufhorchen.

Potenzial für einen Podestplatz hat auch das zweite Team, das bei "Jugend forscht" mitmacht. Es hat gewissermaßen die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Denn die Schülerfirma "Jugend Service Team SGmbH" coacht erfahrene Mitarbeiter der BASF in Schwarzheide zum Thema Computer. Im vergangenen Jahr führten die 13 in der Firma beschäftigten Jugendlichen insgesamt 25 Schulungen im Lausitzer Chemiekonzern durch, "um den Mitarbeitern den Umstieg von Windows 7 auf Windows 8 zu erleichtern", erklärt Otto Soyka stolz. Der 15-Jährige ist stellvertretender Geschäftsführer der nicht im Handelsregister gelisteten Schülerfirma. Ziel des Forschungsprojektes sei es gewesen, sich bei der Auftragsvergabe gegen die Großen der Branche durchzusetzen - was auch gelang. Immerhin haben die Schüler damit im Vorjahr sogar einen Gewinn im oberen dreistelligen Bereich erwirtschaftet, verrät Otto Soyka. Nächstes Jahr will das Team noch einen Schritt weiter gehen, in dem sie sich der Expertise der Uni Cottbus-Senftenberg bedient. Ziel ist eine Kooperation mit der Hochschule, erklärt der kommissarische Leiter des Gymnasiums und Betreuer der Schülerfirma, Steffen Exler. Dass sich seine Schüler dafür regelmäßig und größtenteils auch nach dem Unterricht oder in den Ferien engagieren, mache ihn stolz und sei ja auch Ziel des Schulprofils. "Sie erfahren so, was es bedeutet, Teil des wirtschaftlichen Gesamtgeschehens zu sein", sagt Steffen Exler. Insbesondere das Wissen in der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sowie Fremdsprachen sollen gefördert werden, um Nachwuchs zu sichern und die Attraktivität und Leistungsfähigkeit der Region zu stärken.

Zum Thema:
Für den diesjährigen Regionalwettbewerb Brandenburg Ost "Jugend forscht und Schüler experimentieren" sind 37 Projekte bei der Jury eingegangen. Am 9. März wird es für die 61 Teilnehmer im Bildungszentrum in Erkner ernst. Ausrichter ist das regionale Energieunternehmen EWE. Am Ende des Wettbewerbstages steht fest, wer sich fürs Brandenburger Landesfinale in Schwarzheide qualifiziert hat. Das Motto des 52. Wettbewerbsjahres: "Zukunft - Ich gestalte sie!". Aus der Lausitz nehmen zwei Teams vom Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide sowie Katharina Gurk vom Cottbuser Max-Steenbeck-Gymnasium an dem Wettbewerb teil.