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Arbeitsplan der Sanierer steht

Der Barbarakanal soll Ende des Jahres schiffstauglich ausgerüstet werden.
Der Barbarakanal soll Ende des Jahres schiffstauglich ausgerüstet werden. FOTO: LMBV/Peter Radke
Senftenberg. Der Ilsekanal, der den Großräschener See und den Sedlitzer See künftig schiffbar verbindet, soll jetzt fertig ausgerüstet werden. Das haben die Sanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) auf dem Arbeitsplan. Kathleen Weser

Das Wasser im Großräschener See steigt schnell. Der Wasserweg wird zwar abgeriegelt, weil der Nachbarsee noch eine Großbaustelle ist, auf der noch im Trockenen gearbeitet werden muss. Der Ausbau der Wartestelle für Boote vor dem Ilsekanal aber wird schon erledigt. An den bereits montierten Dalben werden Querstreben und Haltestangen für die Bootsfahrer montiert.

Auch der Barbarakanal, der den Partwitzer und den Geierswalder See verbindet, soll jetzt die schifffahrtstechnische Ausrüstung erhalten. Ende des Jahres soll der Wasserweg von den Bergbausanierern abschließend flottgemacht werden. Das wasserrechtliche Verfahren für die schon lange avisierte freie Fahrt auf dem Wasser läuft derzeit noch. Das hat Jens Bäcker, der Projektmanager der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft für die Lausitzer Seenkette, im jüngsten Arbeitskreis des Braunkohlenausschusses erklärt.

Abgetragen wird Ende des Jahres der Rodelberg in Sedlitz. Das mit dem zu flutenden Großrä schener See hoch ansteigende Grundwasser birgt geotechnische Gefahren. Grundbrüche müssen dort verhindert werden.

Der Baustart für den Sanierungsstützpunkt der Bergbausanierer am Nordufer des Sedlitzer Sees ist ebenfalls für Ende des Jahres ins Auge gefasst. Der Hafen und die Einlassstelle für das Sanierungsschiff Klara entstehen am Gewerbestandort für wasseraffine Produzenten und Dienstleister der Stadt Senftenberg. Die Verträge sind zwischen den Partnern ausgehandelt. Alle bürokratischen Hürden der Genehmigung sind aber noch nicht genommen.

Zwischen dem Ilsekanal und Bahnsdorf werden die neuen Ufer des Sedlitzer Sees jetzt fertig gesichert und endgestaltet. Hier sind zudem noch 74 Filterbrunnen aus dem Bergbau zu verfüllen. Ein Randschlauch im Seekörper vor dem Kliff Lieske ist auch noch zu schließen, damit das Böschungssystem des Ostufers hält. Die Arbeiten sollen im März beginnen, kündigt Sanierungsexperte Jens Bäcker an.

Weiterer Schwerpunkt im alten Kohlerevier ist im laufenden Braunkohleverwaltungsabkommen die Kleine Restlochkette zwischen Bergheider See und der Schwarzen Elster bei Plessa. Ein 20,4 Kilometer langes Ableitungssystem für die dauerhafte Wasserregulierung ist hier zu schaffen. Mit 18 kleineren Bergbaufolgeseen auf 860 Hektar Fläche und 62 Millionen Kubikmeter Wasser ist ein System zu errichten, das künftig einen weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt zwischen Lichterfeld und dem Raum Lauchhammer garantiert.

Zum Thema:
Ein Schwerpunkt der Sanierungsarbeiten der nächsten fünf Jahre im Lausitzer Revier sind die instabilen Innenkippen. Nach unvorhersehbaren Geländeeinbrüchen in den Jahren 2009 und 2010 waren 17 000 Hektar bereits saniertes Land in Brandenburg und Sachsen wieder gesperrt worden. Sachverständige haben das Terrain in 19 Bearbeitungsringen erneut begutachtet. Fest steht nun: 34 Millionen Kubikmeter Erde sind notwendig, um die Areale nachhaltig gegen Rutschungen zu sichern. Etwa 26 000 Hektar bergbaulich beeinflusstes Land müssen die Bergbausanierer noch trittsicher machen. Eine erweiterte Studie ist in Arbeit.