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Anwohner sind vom Pflaster in Großkmehlen genervt

Anwohner drängen auf den Ausbau der Ortsdurchfahrt Großkmehlen.
Anwohner drängen auf den Ausbau der Ortsdurchfahrt Großkmehlen. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Großkmehlen. Gipfeltreffen zur Ortsdurchfahrt. Landesbetrieb Straßenwesen ringt um Ausbau. Auflagen der Kreis-Denkmalbehörde für das Schloss-Umfeld sind hoch. Mirko Sattler / sam1

Der Seniorenverein in Großkmehlen kämpft um Ruhe an der viel befahrenen Hauptstraße durch das Dorf. Das alte Pflaster senkt sich unter der Last der Brummis, die über die Landesstraße gelenkt werden. Das Regenwasser bildet Pfützen auf der L 59. Und die Tassen im Schrank scheppern bei jedem Lastkraftwagen, der vorbeifährt. Das wird schon seit gut 20 Jahren beklagt.

"Viele Senioren haben mich angesprochen, dass sie nicht mehr gefahrlos mit dem Fahrrad die Straße entlang fahren können. Die Unfallgefahr ist sehr groß durch die Lkw", sagt Ingrid George, die Vorsitzende des Seniorenvereins. Brenzlige Situationen kann sie hier auch aus eigener Erfahrung beschreiben. Unterschriften sind in Großkmehlen gesammelt worden, damit dem desolaten Zustand der Landestraße endlich ein Ende bereitet wird. "In der Nacht ist er ganz schlimm. Man sitzt förmlich im Bett. Durch spritzendes Regenwasser werden auch die Hausfassaden in Mitleidenschaft gezogen. Hier muss etwas passieren", so Ingrid George weiter.

Den Anwohnern spricht sie damit auch beim jüngsten Vor-Ort-Termin aus der Seele. Gemeindevertreter, der Landtagsabgeordneter Ingo Senftleben (CDU) und der Dezernatsleiter des Landesbetriebes Straßenwesen haben sich am Freitag hier getroffen.

Gegen den Lärm, den vor allem leer fahrende Lkw verursachen, zeigt sich der Träger der Straße machtlos. Die Verkehrsader mit den beiden Kurven ist eindeutig zu schmal, bestätigt Steffen Kleiner, der Planungschef des Landesbetriebes für Südbrandenburg. Eine Asphaltdecke, die die Anwohner fordern, lehnt er ab. Ohne grundhaften Ausbau sei das rausgeworfenes Geld. Mit etwa einer Million Euro wird der Investitionsbedarf für die 600 Meter lange Durchfahrtsstraße beziffert. Die Bedarfsliste für den Ausbau der Ortsdurchfahrten der Landesstraßen wird in Brandenburg derzeit überarbeitet. Ende des Jahres soll sie von der Ministerin abgesegnet werden.

3500 Fahrzeuge passieren täglich diese Straße durch Großkmehlen. Die Belastung liegt im Mittelmaß. Wenn es gelingt, die Landesstraße als hohe Priorität in die Bedarfsliste zu hieven, würden im nächsten Jahr die Planungen für den Ausbau beginnen. Dass die Bauleute in kürzester Zeit anrücken, ist aber unrealistisch, sagt Straßenbau-Planer Andreas Schade. Eine weitere Hürde ist der Denkmalschutz. Die Behörde des Landkreises haben bereits mitgeteilt, dass das Pflaster auf Grund der historischen Situation bleiben müsse. Eine Asphaltdecke wird ausgeschlossen. Der Bau der Regenentwässerung entlang der Straße erfordere zudem ein Planfeststellungsverfahren. "Wir haben schon eine umfangreiche Datensammlung und wissen, was wir tun. Die Situation ist schwierig. In dem Bereich der Straße befinden sich vier Bodendenkmäler, und der Umgebungsschutz des Schlosses ist zu berücksichtigen", sagt Steffen Kleiner. "In Ampelfarben ausgedrückt sind wir hier im Rot", stellt er klar. Ziel ist es, eine teuer wiederhergestellte Pflasterdecke in Großkmehlen zu vermeiden. Denn diese habe am Ende den gleichen Effekt wie die derzeitige beklagenswerte Situation, sagt Steffen Kleiner.