| 13:48 Uhr

Anwohner leiden in Lindchen rund um die Uhr unter Verkehrslärm

Die Lkw-Kolonne durch Lindchen, Leeskow und Woschkow reißt nicht ab. Bürger beklagen: Das Tempo-30-Limit wird meist ignoriert.
Die Lkw-Kolonne durch Lindchen, Leeskow und Woschkow reißt nicht ab. Bürger beklagen: Das Tempo-30-Limit wird meist ignoriert. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Lindchen. "Man bekommt nachts kein Auge zu. Die Brummis fahren am Tag und in der Nacht, nur sonntags wird es etwas ruhiger", erzählt Wolfram Wagner. Uwe Hegewald / uhd1

"Unsere Dorfstraße ist für diesen Verkehr gar nicht ausgelegt. Die Situation gleicht einer Katastrophe", kritisiert er.

Warnbaken sollen verhindern, dass Lastkraftwagen im Gegenverkehr nicht auf Gehwege ausweichen. Die werden jedoch umgesäbelt. Ortsvorsteherin Angelika Richter schlägt Alarm: "Erste Schäden an der Straße sind schon sichtbar. Wenn die derzeitige Verkehrssituation bis Ende September anhalten soll, sind Reparaturen unausweichlich", sagt sie. "Wer wird dann für die Kosten aufkommen? Und warum werden mancherorts Fahrwege saniert und es hingenommen, dass andere Straßen zerstört werden?" Für sie, ihre Mitbewohner und alle Betroffenen entlang der B 169 und der jetzigen Umgehung besteht kein Zweifel: "Der Transitverkehr gehört auf die Autobahn."

Von der Belegschaft im Bauernhofladen Lindchen wird die Situation mit Sorge beobachtet. Ein Kunde aus dem Spree-Neiße-Kreis kritisiert: "Wie lange werden sich Polizei und Behörden noch auf der Nase rumtanzen lassen? In Baden-Württemberg sind die Brummis längst auf die Autobahnen verbannt worden. Stand doch kürzlich in der RUNDSCHAU", betont er. Mehrmals hat Ortsvorsteherin Angelika Richter inzwischen zum Telefonhörer gegriffen und die Situation Simone Abt, Bürgermeisterin der Gemeinde Neu-Seeland, der Altdöberner Amtsverwaltung und dem Straßenverkehrsamt geschildert. An der schmalsten Stelle im Dorf wird der Verkehr mittlerweile per Ampelanlage geregelt. "Ausgereift ist diese Regelung jedoch nicht", stellt Wolfram Wagner fest. So müssen Lkw in einer Kurve stoppen, was wiederum die Fahrbahn einengt und den Gegenverkehr behindert. "Vor unserem Fenster spielen sich mitunter absonderliche Szenen ab. Ganz zu schweigen vom ständigen Anfahren und mehrmaligem Hochschalten der Brummis. Und das rund um die Uhr", beschreibt der Lindchener die Situation. Eine Empfehlung hat er auch: Die Ampelanlage etwa 150 Meter, bis zur letzten Krümmung der Straße zurücksetzen, um ein einigermaßen reibungsloses Begegnen der Fahrzeuge zu gewähren. Besser noch: "Der Transitverkehr bleibt auf den Autobahnen A 13 und A 15 - dauerhaft und nicht nur während des Straßenbaus im Großräschener Ortsteil Allmosen.