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Aus dem Gericht
Anwälte legen Revision gegen Drückerkolonnen-Urteil ein

Cottbus/Lauchhammer. Gegen das Urteil im Drückerkolonnen-Prozess am Cottbuser Landgericht haben die Staatsanwaltschaft und einer der beiden Rechtsanwälte Revision eingelegt.

Das bestätigt Gerichtssprecherin Susanne Becker am Mittwoch. Die Entscheidung des Gerichtes, Bewährungsstrafen gegen die beiden Köpfe der Drückerkolonne aus Lauchhammer zu verhängen, wird nun also vom Bundesgerichtshof überprüft.

Wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt hatte das Landgericht am Dienstag vor einer Woche das Ex-Paar zu je zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Während die Staatsanwaltschaft drei beziehungsweise vier Jahre gefordert hatte, plädierte die Verteidigung des 49-jährigen Mannes auf Freispruch.

Die 2. große Strafkammer des Landgerichtes sah es als erwiesen an, dass die beiden Verurteilten von 2004 bis 2009 bis zu 92 Mitarbeiter in einem abhängigen Arbeitnehmer-Verhältnis beschäftigten. Formal als selbstständige Handelsvertreter sollen sie gegen Provision Mitgliedschaften für einen Videoclub vertrieben haben. Da die Standwerber nicht zur Sozialversicherung angemeldet waren, soll ein Schaden von rund 830 000 Euro entstanden sein.

(jag)