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| 18:23 Uhr

Lauter Jubiläen im Jahr 2018
Annahütter feiern mit dem „Roten Strumpf“

Die Henriettenkirche ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Annahütte. Für die große 600 Jahr-Feier des kleinen Ortes sind die Vorbereitungen in vollem Gange.
Die Henriettenkirche ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Annahütte. Für die große 600 Jahr-Feier des kleinen Ortes sind die Vorbereitungen in vollem Gange. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. 600 Jahre-Ortsjubiläum, 90 Jahre Rathaus, zehn Jahre Rostiger Nagel: 2018 stehen in der Senftenberger Region zahlreiche Jubiläen an. Von Torsten Richter-Zippack

Man soll die Feste feiern wie sie fallen, sagt ein Sprichwort. Und im gerade begonnenen Jahr 2018 gibt es in der Senftenberger Region jede Menge Grund zum Feiern. Stehen doch in der Region eine Reihe großer Jubiläen ins Haus.

Wie zum Beispiel in Annahütte: Im Frühjahr 1418 tauchte das Dörfchen Särchen erstmals in einer Urkunde des Landgrafs Friedrich des Jüngeren auf. Seitdem sind genau 600 Jahre vergangen. Das Jubiläum wollen die Annahütter, diesen Namen trägt der Ort seit dem Jahr 1938, groß feiern. Fast auf den Tag genau sechs Jahrhunderte nach der urkundlichen Ersterwähnung beginnt der Veranstaltungsmarathon, kündigt Petra Quittel, stellvertretende Ortsvorsteherin und Mitglied des zehnköpfigen Festkomitees von Annahütte, an. Dabei steht nicht nur das Ortsjubiläum im Fokus, sondern auch 105 Jahre Feuerwehr, 105 Jahre Schule, 95 Jahre Kita, 70 Jahre Karnevalsclub Annahütte sowie 20 Jahre Förderverein Annahütte (Lausitz). Neben dem Kinderfest am 9. Mai wird zum Jubiläumswochenende am 12./13. Mai eingeladen. Höhepunkte sind unter anderem ein Lichterboot-Korso auf dem Annahütter See, historische Rundgänge durch den Ort sowie eine Ausstellung an der Kirche.

Darüber hinaus wird laut Petra Quittel oberhalb des Annahütter Sees der Aussichtspunkt „Roter Strumpf“ eröffnet. Der ungewöhnliche Name erklärt sich von den roten Strümpfen, die die böhmischen Glasarbeiter einst trugen, die dort früher wohnten. Auf einen Festumzug wollen die Annahütter allerdings verzichten. Warum, erklärt Petra Quittel so: „Wir haben ja bereits unseren Karnevalsumzug im Ort.“

Neben Annahütte/Särchen gibt es in der Region in diesem Jahr zahlreiche weitere Jubiläen. Am 5. Dezember besteht der Oberspreewald-Lausitz-Kreis seit glatt einem Vierteljahrhundert. Er wurde 1993 aus den Altkreisen Calau und Senftenberg gebildet.

Vor 45 Jahren wurde der erste Badestrand am Senftenberger See eingeweiht. Bei warmen Temperaturen konnten die ersten Badegäste in Großkoschen ganz offiziell in das geflutete Restloch des Tagebaus Niemtsch springen. Der „Rostige Nagel“, von offizieller Stelle nur als „Landmarke“ bezeichnet, lädt seit genau zehn Jahren auf seine knapp 30 Meter hohe Aussichtsplattform ein. Der Turm, entstanden im Rahmen eines Projektes der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land, wurde im Oktober 2008 eingeweiht. Nicht weit entfernt befindet sich der Koschener Kanal, der am 1. Juni 2013 - also vor genau fünf Jahren - für die Schifffahrt in Betrieb ging.

Vor 90 Jahren wurde das Senftenberger Rathaus, das heute als Sitz der örtlichen Tourist-Information dient, gebaut. Und vor genau zwei Jahrzehnten kamen die heutigen modernen Amtsstuben hinzu. Zuvor befand sich an dieser Stelle an der Südseite des Marktes ein park­ähnliches Gelände. Das dortige alte Rathaus wurde bereits Mitte der 1970er-Jahre abgerissen. Übrig blieb nur der Neubau von 1928/1929.

Der Wiederaufbau der Senftenberger Stadtkirche Peter und Paul, der im Jahr 1951 begonnen wurde, erfuhr vor 60 Jahren seinen Abschluss. Am 28. September 1958 ging das Gotteshaus wieder in Betrieb. Das heutige Walmdach erhielt die Kirche allerdings erst Mitte der 1980er-Jahre.

Am 17. August 2008 wurde die Friedrich-Hoffmann-Oberschule in Großräschen eröffnet. Diesem Akt war ein Komplettumbau des früheren Gymnasiums vorangegangen. Vor fünf Jahren begann der Bau des Großräschener Hafens. In diesem Jahr erfolgt nun die Vollendung. 30 Jahre sind seit der Umverlegung der damaligen F 96 sowie der Bahntrasse von Senftenberg nach Großräschen ins Land gegangen. Die beiden Verkehrsstränge mussten im Zuge des Fortschritts des Tagebaus Meuro nach Osten verlegt werden. Kurios: Vor 160 Jahren erfolgte die Freigabe der Chaussee von Senftenberg nach Großräschen, die weiter nach Calau verlief.

Vor 80 Jahren wurde der Abschnitt von Dresden nach Ruhland der künftigen Autobahn nach Berlin fertig gestellt. Komplett befahrbar war die Fernstraße dann ab dem Jahr 1940.

Im Juni 1998 begann der Bau des Lausitzrings. Die Rennstrecke war bereits zu DDR-Zeiten ins Auge gefasst worden. Die Eröffnung erfolgte am 20. August 2000. Ebenfalls vor 20 Jahren entstand der Windpark auf der Klettwitzer Kippe.

Vor 65 Jahren erhielt die Gemeinde Lauchhammer das Stadtrecht. Erster Bürgermeister war Max Baer.

Anno 1993 wurde das Kunstgussmuseum in Lauchhammer-Ost eröffnet - 25 Jahre ist das her. Im Juli 2008 wurden die Biotürme nach zweijähriger Sanierung für die Besucher freigegeben. Höhepunkt bilden seitdem die Glaskuppeln.

Vor 250 Jahren raffte ein Großbrand das Elsterstädtchen Ruhland dahin. Das heute älteste Wohnhaus an der Dresdener Straße aus dem 17. Jahrhundert überstand die Katastrophe unbeschadet.

Am 8. August 2018 jährt sich die Guteborner Schlosssprengung zum 70. Mal. Das Ensemble von 1575, in dessen Mauern im Herbst 1918 Sachsenkönig Friedrich August III. seine Abdankung erklärte, hatte den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden und wurde nun ein Opfer der kommunistischen Wüteriche. Das gleiche Schicksal im gleichen Jahr ereilte auch das Kroppener Schloss.

Das noch heute bestehende Schloss Hohenbocka wurde am 1. Oktober 1898 erstmals bezogen. 100 Jahre später wurde der Aussichtsturm auf dem Prossenberg in der Buckschen Schweiz eröffnet.

Vor 780 Jahren tauchte Ortrand erstmals aus dem Dunkel der Geschichte auf. Seit 15 Jahren findet auf dem Altmarkt des Pulsnitzstädtchens das Stadt- und Musikfest statt. Vor genau 300 Jahren war Baubeginn der Kroppener Barockkirche. Sie wurde 1721 vollendet. Vor 80 Jahren wurde Heinersdorf nach Kroppen eingemeindet.

Das Rittergut Frauendorf erfuhr vor einem halben Jahrtausend seine Ersterwähnung. Der Ort selbst wurde bereits 1516 erstmals genannt.

In Großkmehlen stehen gleich mehrere Jubiläen an. Die St.-Georgs-Kirche erhielt vor 300 Jahren ihr heutiges Aussehen. Ebenfalls 1718 erfolgte die Inbetriebnahme der berühmten Silbermann-Orgel. Gefeiert werden soll laut Heimathistoriker Reinhard Kißro Ende September 2018.