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| 17:32 Uhr

Bauern investieren in die nächste Ernte
Anhaltende Dürre fordert Landwirte um Ortrand

Bei Großkmehlen bereitet Daniel Kaulfuß das Saatbett für die Winterrapsaussaat vor. Staubfahnen sind dabei sein ständiger Begleiter.
Bei Großkmehlen bereitet Daniel Kaulfuß das Saatbett für die Winterrapsaussaat vor. Staubfahnen sind dabei sein ständiger Begleiter. FOTO: Kupfer Renate / Rudolf Kupfer
Frauendorf. Trotz der großen Ertragsausfälle in diesem Jahr müssen Bauern schon wieder in die nächste Ernte investieren. Von Rudolf Kupfer

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Seit Jahrhunderten bestimmt dieser Rhythmus das Geschehen auf dem Lande. Selbst nach so großen witterungsbedingten Ertragsausfällen wie in diesem Jahr müssen die Bauern voller Hoffnung in die kommende Ernte investieren. Erfahrene Landwirte wie Siegfried Klaus von der Agrargenossenschaft in Frauendorf fällt es schwer, unter den gegenwärtigen Bedingungen die richtigen Entscheidungen zu treffen. In den nächsten Tagen im August kommt der Winterraps in den Boden. Eine Kultur, auf die dieser Betrieb seit Jahren setzt. „Aber von unseren Vorstellungen, 200 Hektar davon ins Feld zu stellen, werden wir wohl abgehen müssen,“ so Klaus. Wenn es weiter so trocken bleibe wie bisher, fehle dem Winterraps die Feuchtigkeit zu keimen. Außergewöhnlich, so der Landwirt, dass auf den bearbeiteten Stoppelfeldern in diesem Sommer kein Ausfallgetreide und keine Unkräuter infolge der anhaltenden Dürre aufgegangen sind. Das düstere Grau bestimmt nach wie vor die abgeernteten Getreideflächen.

Von Staubfahnen werden gegenwärtig die Arbeiten zur Vorbereitung des Saatbettes begleitet. Mit einem Siebenscharkipppflug und Krumenpacker ist Daniel Kaulfuß in der Pulsnitzniederung bei Großkmehlen im Einsatz und kommt trotz widriger Bedingungen gut voran. Warum in diesem Jahr bei den Bestell- und Erntearbeiten die Traktoristen von so wenigen Störchen, Krähen, Möwen, Milanen und anderen Vögeln begleitet werden, kann er sich nicht erklären. Mit Freude habe er aber in der Nachbarschaft die ersten Kraniche ausgemacht.

Bei Winterraps wird eine Aussaatmenge von nur zwei bis drei Kilo pro Hektar benötigt. Die Saattiefe kann trotz des trockenen Bodens eingehalten werden. Das war früher - als es diese Technik noch nicht gab - unmöglich, erinnern sich Lindenauer Landwirte. Als 1957 in den staubtrockenen Boden gesät werden musste, kamen viele Körner zu tief in die Erde und konnten deshalb nicht keimen, die anderen erst wegen fehlender Feuchtigkeit im Winter. Im darauffolgenden Jahr gab es trotzdem eine normale Ernte.