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| 18:50 Uhr

Boom bei den Einschulungen
Platzmangel an Senftenbergs Grundschulen

Auch an der Walther-Rathenau-Grundschule in Senftenberg wird mit den weiter steigenden Schülerzahlen der Platz knapp.
Auch an der Walther-Rathenau-Grundschule in Senftenberg wird mit den weiter steigenden Schülerzahlen der Platz knapp. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Die Schülerzahlen steigen bei den Erst- bis Sechstklässlern derzeit stetig an. Die Stadt stößt inzwischen bei den Unterrichtsräumen an ihre Kapazitätsgrenzen. Von Catrin Würz

 In den Grundschulen der Stadt Senftenberg wird zunehmend der Platz knapp. In der Stadt werden nämlich derzeit die höchsten Schülerzahlen seit  gut eineinhalb Jahrzehnten registriert. Haben beispielsweise vor zehn Jahren in allen vier städtischen Grundschulen insgesamt noch 1025 Jungen und Mädchen gelernt, werden es ab dem kommenden Schuljahr 1110 Erst- bis Sechstklässler sein. Und die Tendenz ist weiter steigend. Denn laut Prognosen steigt die Zahl der Einschulungen in Senftenberg in den kommenden Jahren noch weiter an. Voraussichtlich für das Schuljahr 2021/22 wird wohl die Schallmauer von mehr als 200 Einschulungen durchbrochen. „Und schon ein Jahr später erwarten wir 220 Einschulungen. Das ist gegenüber den derzeit 190 Erstklässlern mindestens eine komplette Klasse zusätzlich“, sagt der Senftenberger Amtsleiter Falk Peschel.

Doch was an sich eine erfreuliche Sache für die Demografie der Stadt ist, bringt zugleich große Schwierigkeiten mit sich. Denn für mehr Klassen als bisher ist in den vier Grundschulen eigentlich kaum noch Platz da. „Wir stoßen massiv an die räumlichen Kapazitätsgrenzen“, hat der Amtsleiter unlängst vor dem Ausschuss für Soziales und Bildung erörtert. So sind die 17 Klassenzimmer der Walther-Rathenau-Grundschule ebenso wie die 25 Räume in der Regenbogen-Grundschule und die acht Unterrichtsräume in der Lindenschule in Hosena schon jetzt proppenvoll. Einzig an der Grundschule am See ist von den 19 Klassenzimmern ein einziges nicht besetzt.

Was sich laut Peschel schon jetzt abzeichnet: Die Organisation der Einschulung der Erstklässler dürfte in den kommenden Jahren ein großer Kraftakt werden. Denn auch andere Erfordernisse bringen künftig  einen höheren Platzbedarf mit sich. Die Regenbogen-Grundschule möchte zum Beispiel eine „Schule für gemeinsames Lernen“ werden und im Zeichen der Inklusion auch Kinder mit einem Handicap oder speziellem Förderbedarf aufnehmen. Für solche Klassen ist die maximale Schülerzahl gesetzlich auf 25 festgelegt, was letzten Endes ebenfalls zu einem Mehrbedarf an Räumen führen kann. Darüber hinaus wird an mehreren Schulen an neuen Ganztagsangeboten gefeilt - auch dies braucht Räume.  Nun muss eine Lösung für das Platzproblem in den Grundschulen her.

Die soll ein Planungsbüro finden, das mit der Prüfung und der Suche nach Lösungsvarianten beauftragt wurde, erklärt Falk Peschel. Einfach wird das alles nicht sein. Zumal sich bereits abzeichnet, dass das Geburtenhoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von langer Dauer sein wird. „Die Alterspyramide für unsere Stadt macht dazu klare Aussagen“, bestätigt er. Für die stabilen Geburtenzahlen sorgt derzeit eine Generation, die in den 1980er-Jahren geboren wurde und noch recht zahlreich in Senftenberg lebt.  Das sieht für junge Frauen, die in den 1990er-Jahren geboren wurden und die demnächst für  die Geburtenrate sorgen müssen, allerdings ganz anders aus. Falk Peschel: „Bei diesen Jahrgängen sind es nur noch halb so viele Frauen wie bei jenen in den Achtzigern Geborenen. Damit wird es in den kommenden Jahren unweigerlich auch wieder zu einem neuen Geburtenknick kommen.“

Ob der vielleicht sogar schon eingeleitet ist, bleibt abzuwarten. Für das erste Halbjahr 2018 waren jedenfalls  noch nicht ganz die Geburtenzahlen des Vorjahres erreicht, bestätigt Peschel.. Doch bis diese Babys eine Zuckertüte in Empfang nehmen, vergehen noch sechs Jahre, in denen die Stadt Senftenberg trotz aller Widrigkeiten die Pflicht hat, für gute Rahmenbedingungen  für den Grundschul-Unterricht zu sorgen.

Für die beiden städtischen Oberschulen besteht das Platzproblem laut Amtsleiter Peschel indes nicht. Sowohl die Bernhard-Kellermann-Oberschule mit derzeit acht Klassen als auch die Dr. Otto-Rindt-Oberschule mit elf Klassen haben jeweils mehr Unterrichtsräume als das Mindestmaß zur Verfügung.