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| 17:48 Uhr

Christi Himmelfahrt
Am Herrentag geht es familiärer zu

Der Senftenberger Hafen ist von allen vier Himmelsrichtungen angesteuert worden. Auch dort zeigte sich das Bild eines familiären Feiertages.
Der Senftenberger Hafen ist von allen vier Himmelsrichtungen angesteuert worden. Auch dort zeigte sich das Bild eines familiären Feiertages. FOTO: Uwe Hegewald
Meuro. Zu Christi Himmelfahrt zu Fuß, per Drahtesel, mit Bollerwagen und per Kremser unterwegs.

Blauer Himmel, saftiges Grün, blassgelb leuchtende Rapsfelder und angenehme Temperaturen – zumindest zu Tagesbeginn meint es der Wettergott gut mit den Ausflüglern, die per Pedes, mit dem gelobten Drahtesel, mit Bollerwagen oder Kremser auf Tour gehen. Eine Gesundheitstour, gilt es doch als erwiesen, dass 56 Gläser Bier den täglichen Kalziumbedarf eines erwachsenen Menschen decken.

„Die ersten Ausflügler stehen bei uns in der Regel um 9.30 Uhr auf der Matte, obwohl wir erst um 10 Uhr öffnen“, sagt Marco Hirrig, Inhaber des Gasthofes Meuro. Dass sich die Einkehrer-Adresse im Schipkauer Ortsteil zwischen 11 und 14 Uhr als Magnet erweist, liegt auch am kulinarischen Angebot. „Christi Himmelfahrt ist traditionelles Schlachtefest mit Eisbeinessen. Das wissen die Leute und steuern unseren Gasthof aus diesem Grund an“, so Hirrig.

Für ihn und seine Belegschaft sei der Vatertag „eine Herausforderung, die Spaß macht“. „Ortsansässige Vereine nutzen den Gasthof gerne als Auftakt- und Sammelstelle. Den Tag ausklingen lassen sie abends meist in ihren Gärten oder auf den Vereinsgeländen“, weiß der Gastwirt aus den Erfahrungen vorangegangener Jahre

 Matthes Winkler und Michael Köhler sind mit ihren Ehefrauen und insgesamt fünf Sprösslingen aus Dresden ins Lausitzer Seenland gekommen. „Wir haben das im vorigen Jahr auch schon so gehandhabt. Die Region ist schnell zu erreichen und verfügt über optimale Wege zum Radeln und Skaten“, begründen die Elbestädter ihren Ausflug ins benachbarte Bundesland. Ihre Devise: Der Weg ist das Ziel. „Die Runde um den Geierswalder See wollen und müssen wir schaffen. Schließlich haben wir unsere Pkw in Kleinkoschen geparkt“, erklären die Sachsen. Bei Köhlers im Garten werde auf den Familienausflug angestoßen und der Nachwuchs gefeiert, zumal einige der Knirpse die Strecke selbst mit Inlineskater oder Laufrad absolvieren.

Dass sich der Vatertag zu einem Familienfest entwickelt hat und dadurch entspannter geworden ist, kann Uwe Schneider vom gleichnamigen „Strandidyll“ in Großkoschen bestätigen. Sein Blick geht ebenso häufig in den Himmel wie auf den Grill. „Wollen wir hoffen, dass das Wetter hält“, sagt er. Schließlich gilt der Vatertag als der umsatzstärkste Tag des Jahres.

„Wenn wir in der Woche ein Fass Bier ausschenken, sind es zu Himmelfahrt bis zu fünf Fässer“, so der Wirt des Gasthauses am Ufer des Senftenberger Sees. Durchaus möglich, dass dort auch die zwölfköpfige Herrengruppe Station macht, die sich vormittags im Senftenberger Hafen zusammengeschlossen hat. „Wir kennen uns aus der Schulzeit und absolvieren die Runde um den Senftenberger See jedes Jahr“, berichtet Hannes J. (29) der RUNDSCHAU. Also eine klassische Männertagstour mit Stationsbetrieb und erfrischendem Bier für die dürstenden Kehlen? „So jung kommen wir in dieser Runde nicht mehr zusammen“, rechtfertigen sie ihre Herrentags-Mission.

 Keiner verschwendet auch nur einen Gedanken daran, dass die  Umrundung des Muttersees im Lausitzer Seenland scheitern könnte. Gordon Worek, der mehrere Jahre in Köln gelebt und gearbeitet hat, gibt ein ambitioniertes Ziel vor: „In vier Stunden haben wir den Teich umrundet.“ Vorausgesetzt, der benötigte Kalziumbedarf wird im Auge behalten.

Wo im Lausitzer Seenland Himmel und Erde zusammenstoßen: An der Landmarke „Rostiger Nagel“ war bereits am Vormittag reges Treiben zu erleben.
Wo im Lausitzer Seenland Himmel und Erde zusammenstoßen: An der Landmarke „Rostiger Nagel“ war bereits am Vormittag reges Treiben zu erleben. FOTO: Steffen Rasche
Fahrräder vor der Mühle in Dörrwalde sprachen für sich: Es ist Herrentag.
Fahrräder vor der Mühle in Dörrwalde sprachen für sich: Es ist Herrentag. FOTO: Steffen Rasche