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| 02:53 Uhr

Altersforscher beim Schlaganfall-Tag: Alzheimer ist vorhersagbar

Prof. Konrad Beyreuther während seines Vortrages auf dem Senftenberger Campus. Auch mit der Ernährung könne Alzheimer vorgebeugt werden. Etwa durch den häufigen Verzehr von Omega-3-Fettsäuren. Diese sind unter anderem in Fischen enthalten.
Prof. Konrad Beyreuther während seines Vortrages auf dem Senftenberger Campus. Auch mit der Ernährung könne Alzheimer vorgebeugt werden. Etwa durch den häufigen Verzehr von Omega-3-Fettsäuren. Diese sind unter anderem in Fischen enthalten. FOTO: Richter/trt1
Senftenberg. Er besitzt einen weltweit renommierten Ruf. T. Richter/trt1

Er gilt als einer der Entdecker des BSE-Erregers (Rinderwahn) sowie als Altersforscher. Jetzt kehrte der gebürtige Lausitzer Professor Konrad Beyreuther in seine Heimat zurück und referierte in Senftenberg über das Thema Demenz. Und das mit erstaunlichen Fakten.

Etwa, dass Wissenschaftler nunmehr in der Lage sind, die berüchtigte Alzheimer-Krankheit bei einem Menschen bereits 30 Jahre vor ihrem Ausbruch vorherzusagen. Und zwar durch den Nachweis bestimmter Eiweißfragmente im Hirnwasser. Zwei Jahrzehnte vor dem Beginn der Krankheit sei bereits der Untergang von Nervenzellen nachweisbar. Zehn Jahre zuvor würden das Volumen des Gehirns abnehmen sowie dessen Zuckerverbrauch. Prof. Beyreuther empfahl während des Senftenberger Schlaganfall-Tages, entsprechende Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Diese würden ab dem 50. Lebensjahr im zweijährigen Rhythmus angeboten.

Eines kann der Wissenschaftler, der aus Leutersdorf im Oberlausitzer Oberland stammt, allerdings nicht: Und zwar eine wirksame Therapie gegen die Krankheit präsentieren. "Dazu müssten wir neue Nervenzellen ins Gehirn bekommen. Das geht einfach nicht", so Beyreuther. Allerdings, und das sei die gute Nachricht, könne heute die Lebensqualität von Alzheimer-Patienten erheblich verbessert werden. Beispielsweise seien die Preise für entsprechende Medikamente, die die Konzentration und Aufmerksamkeit der Erkrankten erhöhen, auf 30 Prozent des ursprünglichen Preises gefallen. Zudem sei es möglich, durch eine Impfung die Krankheit erheblich zu verlangsamen.

Deutschlandweit gebe es insgesamt rund 1,4 Millionen Alzheimer-Patienten. Tag für Tag bekämen 620 Deutsche die Prognose Alzheimer erstmals ausgestellt. Hauptrisiko seien Depressionen, aber auch Übergewicht. Wer im mittleren Alter zu viele überflüssige Pfunde mit sich herumträgt, erhöhe sein Erkrankungsrisiko um 60 Prozent.

Als Vorbeugung nennt Konrad Beyreuther in erster Linie körperliche und geistige Fitness. "Man kann Alzheimer davonlaufen", weiß der Wissenschaftler. Jeweils 30 Minuten Bewegung an fünf Tagen pro Woche reichten völlig aus. Nicht zuletzt beuge auch die richtige Schlaflänge der tückischen Krankheit vor. Genau sieben Stunden pro Nacht seien ideal.

Kaum zu glauben, aber wahr: Alzheimer habe für die Erkrankten sogar einen Vorteil. So müssten sie im Schlaf definitiv nicht mit Albträumen rechnen, so Beyreuther ironisch.