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Altenheim-Plan geht endlich auf

Ruhland. So dicht dran war Ruhland noch nie. Der Traum vom Altenheim in der Stadt scheint nach zig Anläufen in 25 Jahren und europaweiter Investorensuche jetzt endlich Realität zu werden. Das picobello vorbereitete Baufeld wartet, der Investor ist da und hat den Bauantrag eingereicht. Andrea Budich

Es gibt in der Elsterstadt kein Projekt, das mit so großem öffentlichen Interesse seit mehr als zwei Jahrzehnten verfolgt wird. In all den Jahren gab es ein halbes Dutzend Anläufe für ein Pflegeheim vor der Haustür - die allesamt über kurz oder lang an der Finanzierung scheiterten. Diesmal ist die Hoffnung begründet, dass der Altenheim-Plan endlich aufgeht. Amtsdirektor Roland Adler jedenfalls ist optimistisch. Das Projekt, das ihm etliche schlaflose Nächte bescherte, hat ihn während seiner kompletten Amtszeit begleitet.

Die Fortschritte stimmen so zuversichtlich, dass das Altenheim-Happy-End Thema bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung war. Der Notarvertrag zum Kauf der auf Stadtkosten vorbereiteten Baufläche soll noch vor Weihnachten unterzeichnet werden. Ruhland wollte einem potenziellen Investor den roten Teppich ausrollen und hat fürs Flottmachen des Baugrundes hinter dem Kindergarten "Spurensucher" mehr als 140 000 Euro aus dem klammen Haushaltsbudget vorgeschossen, was nie ganz unumstritten war.

Jetzt aber geht der Plan auf. Mit der M.E.D. Gesellschaft für Altenpflege Cottbus ist ein Betreiber gefunden worden, der Seniorenheime bereits in Spremberg und Calau erfolgreich führt. Der Investor hat den Bauantrag bereits eingereicht, eine Baufirma ist auserkoren worden. Die Bauleute von Noacks Bau GmbH aus dem Spreewald werden Ruhlands Altenheim hochziehen.

Baustart für das Neun-Millionen-Projekt wird im nächsten Frühjahr sein. Da das 18 000 Quadratmeter große Grundstück in der Hartwigstraße bereits baureif gemacht wurde, ist keinerlei Zeitverzug zu erwarten.

Los geht es mit dem Bau des eigentlichen Altenheimes. Es wird das neue Zuhause für 90 Senioren. Im zweiten Bauabschnitt entstehen vier weitere Häuser mit je 16 Wohnungen fürs betreute Wohnen. Für diese Wohnform gibt es in der Elsterstadt eine besonders große Nachfrage, bestätigt Roland Adler. Das betreute Wohnen in der gleichfalls neu sanierten Fischerstraße 1 und 2 kann den Bedarf bei Weitem nicht decken.

Zum Projekt und zum konkreten Bauablauf wird der Investor im öffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung am 28. November ausführlich informieren. Für Roland Adler und Ruhlands Stadtverordnete kann damit endlich ein Schlussstrich unter die unendliche Geschichte gezogen werden. "Wer sein Leben lang in Ruhland oder einer Gemeinde des Amtes zu Hause war, will im Alter nicht nach Senftenberg, Großräschen oder Lauchhammer umziehen", erklärt Roland Adler, warum den Stadt- und Amtsvätern mit dem Baustart ein Stein vom Herzen fällt.

Den Ruhlandern stehen damit spannende Jahre ins Haus. Neben dem Altenheim stehen die Signale auch für den hässlichen Wild-West-Bahnhofsvorplatz als zweitem dicken Brocken auf Dunkelgrün. Wahrscheinlich beginnen dort noch in diesem Winter die Holzungsarbeiten. Der Rückbau der Verladekopframpe ist für 2017 eingeplant und wird jetzt ausgeschrieben. Die eigentliche Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes kann erst ein Jahr später starten, wenn die Bahnhofsarbeiten erledigt sind.