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Wirtschaft
Alte Kunstseide soll neuer Wohnpark werden

Erste Ideen für den Wohnpark zur Seide kommen von Stadtplaner-Studenten.
Erste Ideen für den Wohnpark zur Seide kommen von Stadtplaner-Studenten. FOTO: TU Kaiserslautern / LR
Ortrand. Die Ortrander Stadtverordnen haben für das Vorhaben grünes Licht gegeben. Stadtplaner-Studenten haben erste Ideen geliefert. Von Torsten Richter-Zippack

Auf der Industriebrache der Ortrander Kunstseide sollen Häuser entstehen.  Das plant zumindest das Unternehmen Barth und Kullmann Ortrand. Auf dem 7,7 Hektar großen Areal auf dem Bahnhofsberg unweit der Bahntrasse Cottbus - Dresden sollen vorhandene Gebäude saniert und umgenutzt werden, kündigt Unternehmer Tim Kullmann an. Mehr noch: „Es ist darüber hinaus geplant, über die nächsten 15 Jahre mehrere Mehr- und Einfamilienhäuser zu bauen. Ob diese verkauft oder nur vermietet werden, soll bedarfsgerecht entschieden werden.“ Die Firma arbeite dabei eng mit der Stadt Ortrand zusammen. Zudem diene das im vergangenen Jahr präsentierte Entwicklungskonzept der Technischen Universität Kaiserslautern als wichtige Stütze. Studenten hatten eine Vision „Ortrand im Jahr 2030“ aufgestellt. Dabei wurde auch potenzielles Bauland ausgelotet.

Für Barth und Kullmann spielt die Verkehrsanbindung der Kommune eine maßgebliche Rolle für ihre Investition. Bis in die Dresdener Innenstadt seien die Ortrander nur 30 Minuten unterwegs. Zudem seien wichtige Einrichtungen wie Arztpraxen, Einkaufsmärkte, Schulen und Banken direkt vor Ort. „Das macht den Standort auch für Berufspendler, junge Familien und Senioren gleichermaßen interessant“, begründet Tim Kullmann.

Akute Gefahren durch mögliche beziehungsweise vorhandene Altlasten auf dem Kunstseidengelände seien nicht gegeben. Dafür sei ein entsprechendes Gutachten erstellt worden. Dennoch stehe der Investor in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden. Ortrands Bürgermeister Niko Gebel (CDU) sieht die Situation genauso: „Mir persönlich sind keine größeren Belastungen des Grundstücks bekannt.“

Die Ortrander Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung indes den Beschluss über die Aufstellung des Bebauungsplanes gefasst. Amtsdirektor Kersten Sickert sagt, dass das Verfahren erfahrungsgemäß rund zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. „Ich bin sehr positiv gestimmt, dass es auf dem Kunstseidengelände wieder Aktivitäten gibt“, sagt der Verwaltungschef.

Auch das Stadtoberhaupt begrüßt das Wohnbauvorhaben. „Darüber hinaus ist es uns gelungen, nach weit über 20 Jahren des Stellstands und Verfalls eine Kehrtwende herbeizuführen. Es war und ist eines meiner großen Ziele für unsere Stadt, beide Industrieruinen zu entwickeln.“ Mit der zweiten Ruine meint Gebel das alte Sägewerk mit dem Lehnsmühlschlösschen, das ebenfalls von einem Ortrander Unternehmer gekauft wurde. In unmittelbarer Nähe der Pulsnitz sollen Wohnhäuser entstehen. Die Schwierigkeit: Das Areal liegt im ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet des Flusses.

Niko Gebel sagt weiterhin, dass er sich größte Mühe gebe, den Investoren ein unternehmerfreundliches Ortrand zu präsentieren. Ein Flächennutzungsplan solle die verschiedenen Projekte unterstützen.