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Alte Heimat und den See im Blick

Mit einem Gläschen Sekt stoßen Jürgen und Martina Mädler mit Mutter Sigrid Karpe am Freitag an. In der alten Heimat hat sich das Ehepaar aus Lauta eine Wohnung an d er Hafenkante des Großräschener Sees geleistet. Im Oktober dieses Jahres soll sie fertig sein und dann an Touristen vermietet werden.
Mit einem Gläschen Sekt stoßen Jürgen und Martina Mädler mit Mutter Sigrid Karpe am Freitag an. In der alten Heimat hat sich das Ehepaar aus Lauta eine Wohnung an d er Hafenkante des Großräschener Sees geleistet. Im Oktober dieses Jahres soll sie fertig sein und dann an Touristen vermietet werden. FOTO: Steffen Rasche/str1
Großräschen. Die weiße Stadt am Großräschener See wächst weiter. Während die ersten beiden Häuser der "Hafenkante" seit März bezogen sind, wurde am Freitag schon wieder Richtfest gefeiert. Jan Augustin

Von der Terrasse im Obergeschoss kann Martina Mädler künftig auf den Großräschener See schauen - und auf ihre alte Heimat. Ein paar Hundert Meter entfernt stand noch bis vor knapp 30 Jahren das Haus der Familie, in Bückgen. Der Ort musste dem Tagebau weichen und abgebaggert werden. Seit Ende der 80er-Jahre lebten die Mädlers in Hoyerswerda. Heute wohnt Martina Mädler mit ihrem Ehemann Jürgen in Lauta. Nun ist sie mit ihm an ihr altes Zuhause zurückgekehrt. Die beiden 66-Jährigen prosten sich am Freitagmittag mit einem Gläschen Sekt zu, als der Bauherr den Nagel in den Balken schlägt.

Es ist Richtfest an der "Hafenkante". Schon wieder. Seit März bereits wohnen die ersten Leute in zwei fertiggestellten Häusern und sonnen sich auf ihren Terrassen. Die Umzugswagen rollen bis aus Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in die Lausitz. Nun noch einmal drei Stadtvillen. Der Hamburger Investor Cajus Richter lässt Räschens Hafenviertel für 3,5 Millionen Euro in die Höhe wachsen. Von insgesamt 31 Wohnungen sind bereits 30 verkauft. Cajus Richter ist "hoch zufrieden".

Auch die Mädlers haben sich ein Appartment geleistet. Es ist eines der Sahnestückchen - in der zweiten Etage mit großem Balkon und herrlichem Ausblick. "Wir waren die Ersten, die mit Herrn Richter gesprochen haben", erklärt Jürgen Mädler. Die knapp 130 Quadratmeter Fläche ihres neuen Eigentums wollen sie als Ferienwohnung ausbauen und vermieten. "Als Alterssicherung und später mal für die Kinder", sagt Martina Mädler. "Außerdem wollen wir damit auch einen Beitrag für die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes leisten", ergänzt der Ehemann. Wie viel sie für die Wohnung ausgegeben haben, wollen sie nicht verraten. Ende Oktober soll Übergabe sein. Am bisherigen Bauablauf haben die beiden nichts auszusetzen. "Es läuft alles nach Wunsch und Plan", betont Jürgen Mädler.

Etwas kritischer blickt indes Architekt Wolfgang Joswig drein. "Fünf Hafenstadthäuser machen noch keine Hafenstadt", sagt er am Rande des Richtfestes. In seinem Architekturbüro war der Entwurf für die weiße Hafenstadt entwickelt worden. "Wenn es gelingt, mit weiteren baugleichen Villen der Hafenbucht eine städtebaulich-räumliche Fassung zu geben, dann vollendet sich die weiße Stadt als der Sehnsuchtsort im Seenland", schwärmt und fordert Wolfgang Joswig zugleich.

Für Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) ist Investor Cajus Richter mittlerweile ein "Glücksfall". Der aus der Oberlausitz stammende Richter habe den Stadtverordneten ein überzeugendes Konzept vorgelegt und er habe ausreichend Erfahrung. Erst im April hatte Richter den Grundstein für die wenige Meter entfernte Seniorenanlage Almaeck gelegt. Der Rohbau soll Ende dieses Jahres stehen. Etwa 4,5 Millionen Euro stecke er mit seiner Firma Nawes mit Sitz in Hamburg in den Bau. Entstehen soll ein Gebäudekomplex mit Tagespflege für 20 Plätze, Wohngruppen für Demenzkranke und 32 Wohnungen fürs betreute Wohnen. Mit 57 Quadratmetern werden auch Zweiraumwohnungen gebaut. Balkone oder Terrassen sollen alle Wohnungen haben.

Und die Fassaden werden weiß wie an der Ostsee - so wie an der Hafenkante, wo die Mädlers bald eine bezugsfertige Wohnung ihr Eigentum nennen.