(jag) Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben hat die rot-rote Landesregierung beim Thema Bergbaufolgeschäden in Lauchhammer kritisiert. Auf Nachfrage seiner Fraktion habe Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) erklärt, dass „intensiv an der Umsetzung des Landtagsbeschlusses gearbeitet werde“, man derzeit jedoch noch keine Ergebnisse vorlegen könne. „Damit gerät der am 14. März gefasste Landtagsbeschluss, wonach die Landesregierung bis Ende Juni ein Entschädigungskonzept für das Gefährdungsgebiet an der Wilhelm-Külz-Straße in Lauchhammer vorlegen soll, in Gefahr“, teilt Senftleben mit. Ebenso fehle weiterhin ein Gesamtkonzept mit konkreten Maßnahmen für das gesamte Stadtgebiet von Lauchhammer.

„Die Informationen der Landesregierung sind unbefriedigend“, teilt Ingo Senftleben weiter mit. Die betroffenen Bürger in Lauchhammer würden zu Recht Entscheidungen erwarten, wie sie sich eine neue Existenz aufbauen können, wenn sie ihre Häuser aufgrund der Gefahr verlassen müssen. Senftleben erwartet, „dass der einstimmig gefasste Beschluss des Landtages zeitnah umgesetzt wird und wir Sicherheit für alle betroffenen Bürger, Unternehmen und Einrichtungen schaffen“.

In Lauchhammer ist seit Anfang des Jahres bekannt, dass ein Wohn- und Gewerbegebiet an der Wilhelm-Külz-Straße aufgegeben werden muss. Aktuell sind Bewohner und Unternehmer in Lauchhammer im Bereich der Wilhelm-Külz-Straße existenziell durch die Folgen des Grundwasserwiederanstiegs betroffen. Der Untergrund ist nicht mehr standsicher. Unternehmen und mehrere Familien müssen deshalb ihre angestammten Standorte und ihre Wohnungen verlassen. Zudem sind auch an anderer Stelle in der Stadt und der Region Zonen eingerichtet, in denen Nutzungsbeschränkungen ausgesprochen wurden.

Seit dem Beginn der Braunkohlesanierung 1992 haben Bund und Land weit mehr als eine Milliarde Euro aufgewandt, um die Altlasten des Braunkohlenbergbaus im Raum Lauchhammer zu beseitigen.