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| 19:34 Uhr

Baumblütenwanderung
Allee der Raritäten löst Begeisterung aus

Mit dem Rad fuhren die Exkursionsteilnehmer der 20. Tettauer Baumblütenwanderung bei Kaiserwetter durch die neu angelegten Baum-Alleen.
Mit dem Rad fuhren die Exkursionsteilnehmer der 20. Tettauer Baumblütenwanderung bei Kaiserwetter durch die neu angelegten Baum-Alleen. FOTO: Renate Kupfer
Tettau. Zur 20. Baumblütenwanderung in Tettau kann der Heimatverein einen Teilnehmerrekord verbuchen. Von Rudolf Kupfer

  Einen Teilnehmerrekord konnte die 20. Tettauer Baumblütenwanderung am vergangenen Sonntag verbuchen. Über 100 interessierte Botanik-Freunde begrüßte der Heimatverein Tettau zu seiner Jubiläumstour. Die ungewöhnliche Frühlingswanderung war in diesem Jahr auch vom Gewerbeverein Ortrand in sein Jahresprogramm aufgenommen worden. Und das war eine gute Entscheidung, sind sich Klara Peschel und Hermann Skoby einig. „So haben wir Tettau noch nicht gesehen, so viele neu angelegte Alleen, Laubbäume im ehemaligen Kiefernwald und weitere Raritäten. Beeindruckend, was der Heimatverein Tettau und insbesondere der Vorsitzende Kurt Schmaler hier in den zurückliegenden 20 Jahren an Initiativen und Ideen entwickelt und erfolgreich umgesetzt haben“, sind die beiden Ortrander begeistert.

Einmalig in der Region ist es, dass rund um die Gemeinde hundert verschiedene Laubbaumarten gepflanzt, gepflegt und mit Schildern versehen wurden – und damit für Spaziergänger und Radler gut erkennbar sind. Auf einem acht Kilometer langen Rundweg kann das von jedermann erkundet werden. Insgesamt sind in diesem Zeitraum

20 000 Laubbäume in den Boden gekommen.

Zur Jubiläums-Baumblütentour in diesem Jahr waren auch viele Wegbegleiter angereist. Zu ihnen gehörte neben dem ehemaligen Rektor der Fachhochschule Senftenberg, Professor Roland Seßner, der jetzt in Halle lebt, auch Hans Reinhard Reuter aus Berlin und viele andere.

Alle stellten übereinstimmend fest: Tettau ist ein Ort mit gepflegten Grundstücken, einer beispielhaften Grüngestaltung und einer herzlichen Gastfreundschaft. Axel Mette aus Lauchhammer war in den letzten Jahren immer bei der Baumblütenwanderung dabei und sagt schmunzelnd, der leckere Kuchen, den die Frauen vom Heimatverein jedes Jahr backen, ist für ihn auch ein wichtiger Grund hierher zu kommen. Der Diplomgärtner ist immer wieder begeistert von dem, was in Tettau geschaffen wurde und wird.

Eine große Herausforderung sei es, das alles in einem guten Pflegezustand zu halten, schätzt Dorit Bunk aus Frankfurt/Oder ein. Sie gehörte zu den fünf Baumexperten, die schon mehrere Male vor Ort waren und immer wieder beratend und helfend als Partner dem Dorf zur Seite stehen.

Von der Baumschule Winkler aus Priestewitz war Annett Thieme angereist, um auf der Exkursion fachkundige Auskünfte zum Kanadischen Judasbaum, der Koreanischen Stinkesche, der Felsennuss, dem Hartriegel und anderen Laubbäumen zu geben.

Gut, dass erstmals in diesem Jahr die Radtour durch das Gelände in zwei Gruppen aufgeteilt wurde und Kurt Schmaler seine Ehefrau als zweiten Tourführer gewinnen konnte. Erneut wurde von den Teilnehmern der Vorschlag unterbreitet, bei der Namensgebung von Alleen eine nach Kurt Schmaler zu benennen. Geeignet wäre dafür der Tunnelradweg von Tettau nach Lindenau. Eines der ersten erfolgreichen Projekte des Tettauer „ Baumpapstes“.

Am Ende des Ausfluges ist nicht nur Roland Mittag aus Großkmehlen absolut begeistert: „Ein erholsamer Nachmittag, bei dem ich bisher Unbekanntes erkundet habe und mir ein Stück schöne Heimat näher gebracht wurde“, sagt er.

Übrigens steht am 3. Oktober in diesem Jahr im Programm des Heimatvereins Tettau noch ein weiteres Jubiläum an: das 10. Nussgartenfest. Da die Nussbäume diesmal von Frostschäden verschont blieben, kann die eigene Ernte für dieses Fest verarbeitet werden.