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| 17:57 Uhr

Naturschutz
Alle Vögel sind noch nicht da

Das Rotkehlchen gehört in der Region zu den häufigsten Vögeln, die in Gärten leben.
Das Rotkehlchen gehört in der Region zu den häufigsten Vögeln, die in Gärten leben. FOTO: Barbara Remus
Senftenberg. An diesem Wochenende findet die Stunde der Gartenvögel 2018 statt.

Das Jahr 2018 bezeichnet der Sedlitzer Ornithologe Heiko Michaelis als „bislang relativ normales Vogeljahr“. Inzwischen, so erklärt der Experte, seien alle Zugvogelarten wieder in die Lausitz zurückgekehrt. Selbst Spätheimkehrer, beispielsweise Pirole und Mauersegler, seien vor Ort eingetroffen. „Allerdings fehlen zahlenmäßig noch viele Vögel. Da muss etwas nachkommen“, erklärt Michaelis.

Konkrete Zahlen kann der Sedlitzer nicht nennen. Nur so viel: „Das Wetter hat Probleme bereitet. Weniger auf den Zugwegen. Mehr aber bei uns in der Lausitz. Besonders der schneereiche und kalte März hat die Ankunft vieler Tiere verzögert“, erklärt der Fachmann, der sich von Kindesbeinen an mit der Vogelwelt befasst.

Das jetzige Wetter sei hingegen optimal. Durch die Wärme gebe es viele Insekten, die wiederum als Leibgericht der meisten Vogelarten gelten. Daher, so sagt Heiko Michaelis, hätten Naturfreunde an diesem zweiten Maiwochende gute Chancen, zahlreiche Vogelarten zu entdecken und entsprechend zu notieren. Denn der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ruft wieder zur Stunde der Gartenvögel auf. In den grünen Oasen, so der Sedlitzer, seien, je nach Lage, unter anderem Kohl- und Blaumeisen, Haus- und Feldsperlinge, Ringeltauben, Schwalben, Rotkelchen, Amseln, Stare und weitere Arten zu entdecken. Mehr noch: Einige dieser Arten hätten bereits Nachwuchs.

Hier und dort können auch die schwalbenähnlichen Mauersegler gesichtet werden. Nisteten diese früher in den Spalten der Neubaublöcke, müssen sie aufgrund von Abrissen und Sanierung dieser Häuser auf andere Objekte ausweichen. Wer Mauersegler sehen will, sollte sich mal am Klinikum Niederlausitz in Senftenberg umsehen. „Dort wurden künstliche Nisthilfen für Mauersegler eingebaut“, begründet Michaelis.

Das scheint auch zwingend notwendig. Denn die ersten Zwischenergebnisse der bereits zu Himmelfahrt gestarteten Stunde der Gartenvögel zeigt folgendes Bild: Im OSL-Kreis zeichnet sich ein massiver Rückgang von Mauerseglern im Vergleich zum Vorjahr ab. Derzeit bewege er sich bei minus 68 Prozent. Nur fünf Tiere seien notiert worden.

Zwischen Spreewald und Kmehlener Bergen führt indes der Haussperling mit 51 gesichteten Exemplaren die Tabelle an (zwölf Prozent mehr als im Vorjahr), gefolgt von Feldsperling (29 Tiere) und Star (28). In bislang acht Gärten wurden insgesamt 321 Vögel beobachtet, informiert der Naturschutzbund

 Noch bis zum Sonntag, dem 13. Mai, können Naturfreunde ihre Gartenvögel über jeweils eine Stunde beobachten und zählen. Die Nabu-Leute weisen nachdrücklich darauf hin, dass keine mehrstündigen Vogelexkursionen und auch keine Beobachtungen aus Wald und Feld in die Aktion einfließen dürfen. Diese Zahlen würden die Ergebnisse verfälschen.
www.nabu.de