Der Landschaftswandel in der Lausitz nach dem Kohlebergbau zieht die meisten Touristen in das Lausitzer Seenland. Das hat eine Umfrage unter Urlaubern und Touristen ergeben. Vor allem die radelnde Seenland-Wacht hat den Gästen in der Saison Fragebögen mit auf den Weg gegeben. 500 sind zurückgekommen - und aussagekräftig.

Motivationen für die Anreise sind demnach Landschaft und Natur (44,2 Prozent), Neugier auf die Region (13,8), Fitness und Sport (13,3) und die Empfehlung anderer (7,9 Prozent). Das hat Marcus Heberle, der Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) "Lausitzer Seenland" während der jüngsten Regionalkonferenz der Anbieter erklärt. "Radfahren und Skaten sind die großen Themen. Für die Region heißt das, das gut ausgebaute Wegesystem in hoher Qualität aufrecht zu erhalten", stellt Marcus Herberle fest.

Die meisten Gäste kommen mit dem Partner, also zu zweit (42,4 Prozent), und in Familie oder Kleingruppen in die Urlaubsregion (32,6 Prozent). Mit Freunden reisen 15,3 Prozent der Besucher an. Nur verschwindend gering ist die Anzahl derer, die allein reisen (2,8 Prozent). "Und alle wollen möglichst direkt an einem der Seen unterkommen", erklärt der Touristiker. Die Bettenkapazität muss verfünffacht werden, um die angestrebten 1,5 Millionen Übernachtungen zu erreichen.

Als Herbergen am stärksten nachgefragt sind Ferienhäuser und -wohnungen (44,4 Prozent). Den Campingplatz bevorzugen 28,6 Prozent der Seenlandbesucher. Im Hotel logieren 8,3 Prozent der Gäste. Entgegen dem rückläufigen Bundestrend im Feriencamping-Gewerbe steigt die Nachfrage an gut ausgestatteten Plätzen im Lausitzer Seenland. "Diese können wir derzeit nicht ausreichend bedienen", stellt Heberle fest.

Die Aufenthaltsdauer der Urlauber steigt. "Der Trend zum verlängerten Wochenende ist deutlich erkennbar", sagt der Touristiker mit sichtlichem Stolz.

Die Seenland-Urlauber sind während des Aufenthaltes in der Reiseregion aktiv - hauptsächlich auf dem Fahrrad (26,7 Prozent), beim Baden (24,2), beim Wandern (12,7), beim Rudern und Tretbootfahren (6,4) und Skaten (5,5 Prozent). "Die Wassersportangebote machen insgesamt bereits zehn Prozent des Urlaubsprogrammes der Gäste aus", so die Umfrage. Auch die Museen werden gern besucht (4,4 Prozent). Zudem erfreuen sich Stadtführungen bei den Besuchern großer Beliebtheit (2,1 Prozent).

Die Zufriedenheit der Gäste mit den Unterkünften ist groß. Kritisiert wird die Gastronomie: Radler, die zur Mittagszeit eine geschlossene Dorfkneipe vorgefunden haben, beklagen ungünstige Öffnungszeiten. Die regionale Küche wird vermisst. Zudem haben die Gäste die große Kulturwatsche verteilt. An den Seen selbst sei zu wenig los. Die Lausitzhalle Hoyerswerda habe in der Urlauberhochsaison ausgerechnet Sommerpause. Mitmach-Angebote fehlten. Die Freizeitangebote dagegen werden sehr positiv bewertet. Die Ausschilderung der Wege im Seenland wird bemängelt. Das Leitsystem wird aber derzeit erstellt. Die Erreichbarkeit der Seen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist schlecht.

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Zum ThemaDie Anfragen nach Urlaubsangeboten im Lausitzer Seenland über die Touristinformationen steigen. 80 Prozent der Gäste informieren sich zuerst über das Internet. Die Nachfrage aus Tschechien steigt enorm, seitdem die Reiseregion im Internet auch in tschechischer Sprache für sich wirbt. Im nächsten Jahr soll es auch einen Online-Shop mit regionalen Produkten für das Lausitzer Seenland geben. Internet: www.lausitzerseenland.de