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| 16:11 Uhr

Rudersport als Arbeitsgemeinschaft
Riemen hoch und klar bei Ruder

Zur zweiten Ausfahrt waren acht Seesportler der Friedrich-Hoffmann-Oberschule an den Riemen. Felix Meyer, Hendrik Bullan (v.v.l.) waren die Schlagmänner. Dahinter gaben Jeremy Franckowiak, Leandro John, Colin Tayler Czornack, Niklas Kölling, Ibragim Kurbanov und Jason Aulhorn richtig gas an den Riemen. Im Bug beaufsichtigte Trainer und Sportlehrer Jens Rösler das Rudern.
Zur zweiten Ausfahrt waren acht Seesportler der Friedrich-Hoffmann-Oberschule an den Riemen. Felix Meyer, Hendrik Bullan (v.v.l.) waren die Schlagmänner. Dahinter gaben Jeremy Franckowiak, Leandro John, Colin Tayler Czornack, Niklas Kölling, Ibragim Kurbanov und Jason Aulhorn richtig gas an den Riemen. Im Bug beaufsichtigte Trainer und Sportlehrer Jens Rösler das Rudern. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Großräschen. AG Seesport der Friedrich-Hoffmann-Oberschule sticht in See. Trotz Blasen an den Händen viel Spaß auf dem Großräschener See. Von Peter Aswendt

In Großräschen legt sich die Friedrich-Hoffmann-Schule mächtig in die Riemen. Die neue Arbeitsgemeinschaft (AG) Seesport wird vom ehemaligen Ruder-Nationalmannschaftstrainer Thomas Büsse (57) unterstützt. Bis Ende Oktober dürfen die jungen Ruderer noch auf dem Großräschener See ihr Können vertiefen.

Am Montag hallen Begriffe wie Dolle, Leder, Bug oder Riemen durch den Großräschener Hafen. Ein stahlblauer Kutter mit der Aufschrift „Wir machen unser Zinq“ verlässt unter lauten Kommandos den Hafen. Die AG Seesport der Friedrich-Hoffmann-Oberschule Großräschen startet zu einer ihrer Trainingstouren. „Nach den Schulferien machen wir unsere zweite Ausfahrt“, erklärt AG-Leiter und Sportlehrer Jens Rösler. Gemeinsam mit Trainer Thomas Büsse leitet er die AG Seesport, die in der zweiten Jahreshälfte aktiv wurde. Mit dem Kutter üben zurzeit 18 Schüler der Großräschener Schule das synchrone Vorantreiben des Bootes. Montags ab 15 Uhr frönen sie dem Rudersport: „Extra für die Befahrung des Großräschener Sees hat die Gewässerbehörde des Landkreises eine Sondergenehmigung bis Ende Oktober ausgestellt“, erklärt Thomas Büsse. „Das müssen wir nutzen, denn einmal hatten wir schon schlechtes Wetter“, gibt der Trainer zu bedenken.

Zur zweiten Trainingsfahrt finden sich acht Schüler zwischen zwölf und 16 Jahren ein. Felix Mayer (15) und Hendrik Bullan (14) übernehmen freiwillig die Bank der Schlagleute. Für Trainer Thomas Büsse ist es eine gute Kombination, wie sich später auf dem See herausstellt. Aber erstmal heißt es ablegen und wenden, um von der Anlegestelle aus dem Hafen zu kommen. Als dies geschafft ist, heißt es: „Das Leder muss in den Dollen sein.“ Ins Landratten-Deutsch übersetzt bedeutet es, dass die Ruder mit einem bestimmten Bereich in der Führung am Kutter sein müssen.

Nach dem Passieren der Hafeneinfahrt gibt der erfahrene Rudertrainer die ersten Hinweise: „Ihr müsst die Riemen mit dem Handgelenk tiefer fassen, dann ist es weniger anstrengend.“ Dann heißt es wieder „Ruder an“ und vorbei geht es mit fünf schnellen Schlägen an den Weinbergen der IBA-Terrassen. Für Schlagmann Hendrik Bullan, der zum zweiten Mal im Kutter sitzt, ist die Pause willkommen: „Es ist eine ungewohnte Anstrengung, und es gibt garantiert Muskelkater in den Armen“, sagt der Neuntklässler etwas gequält lächelnd.

Fitness ist natürlich wesentlicher Bestandteil eines Rudertrainings: „Wir werden im Winter in der Seesporthalle neben der Theorie auch Krafttraining machen“, kündigt Sportlehrer Jens Rösler an. Dass Muskeln und eine gewisse Hornhaut an den Händen den richtigen Rudersportler ausmachen, erfahren die acht Schüler hautnah. „Die Blasen sind noch vom ersten Rudern“, sagt Jason Aulhorn (14), der sich aber den Spaß am Rudern dadurch nicht vermiesen lässt. Schlagmann Felix Meyer kann auch auf einige Schwielen an den Händen verweisen. „Da muss ein Ruderer durch, das wird Hornhaut“, stellt aber Rudertrainer Thomas Büsse ganz pragmatisch klar.

Nach knapp einer Stunde Rudertraining mit einigen Sprinteinlagen geht es für die acht Seesportler wieder in Richtung Hafen. Als das Kommando „Riemen hoch“ kommt, sind alle glücklich und erleichtert: „Es hat absoluten Spaß gemacht“, resümieren Leandro John (15) und Jeremy Franckowiak (15), die zum ersten Mal im Kutter gesessen haben. „Wir bleiben auf alle Fälle dabei“, sind beide zuversichtlich.

Der jüngste Ruderer an diesem Tag im Boot war Colin Tayler Czornack (12): „Ich musste mich ganz schön anstrengen, um mit den Älteren mitzuhalten, aber es war cool und ich bleibe dabei“, ist sich auch der Siebtklässler sicher.

 Für Trainer Thomas Büsse und AG-Leiter Jens Rösler war es ein guter Tag: „Das war ein hervorragendes Team und die beiden Schlagmänner haben gute Arbeit geleistet“, zeigen sich beide zufrieden.

Zwei Mal kann der Kutter in diesem Jahr noch in See stechen, bevor die große Winterpause kommt. Wer das Ablegen des stahlblauen Kutters miterleben möchte, kann im Oktober montags ab 15 Uhr am Großräschener Hafen dabei sein.