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| 14:48 Uhr

„Wir ersticken im Dreck“
Ärger in Hosena über inoffizielle Umleitung

Anwohner Günter Ziegenbalg ärgert sich über das deutlich erhöhte Verkehrsaufkommen und über Autofahrer, die sich nicht ans Tempo halten.
Anwohner Günter Ziegenbalg ärgert sich über das deutlich erhöhte Verkehrsaufkommen und über Autofahrer, die sich nicht ans Tempo halten. FOTO: LR / Jan Augustin
Hosena. Ein Alternativweg zur gesperrten Ortsdurchfahrt in Hosena sorgt für Unmut. Von Jan Augustin

Die wegen des grundhaften Ausbaus seit gut einem Monat gesperrte Ortsdurchfahrt in Hosena sorgt für dicke Luft. Statt die ausgeschilderte Umleitung über Bernsorf zu nehmen, nutzen viele Kraftfahrer den Weg über die Gartenstraße und die Mühlenstraße. Den Anwohnern der Koboldmühle stinkt das gewaltig. Wegen der „Gefährdung der Verkehrssicherheit“ haben sie Anzeigen bei örtlichen Behörden, beim Bauträger, der Bauaufsicht und der Polizei erstattet. „Wir sind die letzten vier Wochen im Dreck erstickt“, schimpft Günter Ziegenbalg. Das Verkehrsaufkommen sei enorm gestiegen. Nach Anwohnerzählungen passieren im Schnitt 120 Fahrzeuge pro Stunde den Weg. Hinzu kommen Schul- und Linienbusse sowie der Schienenersatzverkehr. De facto verlaufe nun der gesamte Verkehr der Ortsdurchfahrt durch die Gartenstraße/Mühlenstraße. Der 79-Jährige ärgert sich über „rücksichtslose Autofahrer“, die das Tempolimit von zehn Stundenkilometern nicht einhalten und rücksichtslos den für sich besten Weg suchen. Wenn der Senior mit seinem Fahrrad in die Stadt fährt, dann nur mit gelber Warnweste und einer Abstandskelle. Ein Schild „Achtung Radfahrer“ würde seiner Meinung nach für Entlastung sorgen. Grundsätzlich ist Günter Ziegenbalg aber dafür, die Strecke so dicht zu machen, dass nur noch die Hosenaer durchfahren können.

Genau das aber ist schwer umsetzbar, erklärt Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD). Die Stadt sei mit dieser Alternative dem Wunsch von vielen Anwohnern nachgekommen, einen Weg offen zu halten. „Eigentlich sollte es komplett zugemacht werden.“ Für den Ärger an der Koboldmühle habe er Verständnis. „Unverständnis habe ich dafür, dass sich die Leute nicht an Verkehrszeichen halten und rücksichtslos fahren.“ Mit der Temporeduzierung zunächst auf 30 und dann auf zehn Km/h, der Bitte an die Polizei Kontrollen durchzuführen und der in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenwesen eingeführten Wässerung der Straße habe die Stadt versucht gegenzusteuern. Jetzt soll noch ein Lkw-Fahrverbot (ab 7,5 Tonnen) durchgesetzt werden.

Beim Ausbau der Hosenaer Ortsdurchfahrt handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk zwischen dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Stadt Senftenberg. Während sich die Landesbehörde um den Ausbau der eigentlichen Straße kümmert, ist die Kommune für den Bau des Rad- und Fußweges zuständig. Insgesamt kostet das Vorhaben rund 4,3 Millionen Euro.