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| 16:03 Uhr

Experten kritisieren Platzierung der Radwege
Radfahrer leben weiter gefährlich

 Für Radfahrer sind vor allem Wege an viel befahrenen Straßen gefährlich. In Großräschen war eine Schülerin (13) mit einem Lkw kollidiert.
Für Radfahrer sind vor allem Wege an viel befahrenen Straßen gefährlich. In Großräschen war eine Schülerin (13) mit einem Lkw kollidiert. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. In Brandenburg nehmen schwere Unfälle mit Fahrradfahrern zu. Dabei hat das Land viel Geld für den Bau von Radwegen ausgegeben. Doch laut Experten sind die Strecken für Radler oft falsch platziert. Von Daniel Roßbach

Fahrräder halten auch die Ordnungshüter auf Trab. Schwere Unfälle mit beteiligten Radfahrern nehmen zu. Dabei sind in den vergangenen 20 Jahren in Brandenburg allein an Bundes- und Landesstraßen 215 Millionen Euro in Radwege investiert worden. 2000 Kilometer straßenbegleitende Radwege sollen die Verkehrssicherheit für Radfahrer auf Schul- und Arbeitswegen verbessern. Experten sagen: Das ist nicht der richtige Weg.

Im laufenden Jahr sind bisher fünf Radfahrer im Senftenberger Stadtgebiet bei Unfällen schwer verletzt worden. Im Jahr 2018 waren es 15. Die Anzahl der verunfallten Radler, die mit leichten Blessuren davongekommen sind, hält sich im Vergleich zum Vorjahr bis Mai die Waage.

ADFC will mehr Radwege auf verkehrsarmen Straßen

Unfallschwerpunkte sind Verkehrswege, an denen sich Radwege und Straßen mit Autoverkehr kreuzen: Ausfahrten von Supermarkt-Parkplätzen wie an der Bahnhofstraße und die Querung an der Ringstraße am Rand der Senftenberger Innenstadt. Und das ist alles andere als ungewöhnlich, bestätigen Experten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

Der Vorsitzende des Brandenburger Landesverbandes, Stefan Overkamp, fordert deshalb, die „Routen des Radverkehrs möglichst auf verkehrsarme Wege“ zu legen.

Diese seien umsetzbar, indem Radstrecken unabhängig von Straßen für Autos durchdacht würden, statt „Radwege hauptsächlich an Hauptverkehrsstraßen des Autoverkehrs zu bauen, ohne Alternativen in den Blick zu nehmen“

ADFC fordert breitere Radwege

Zudem fordert der ADFC breitere Radwege. „Auch heute noch werden in Brandenburg Radwege grundsätzlich nicht nach den Regelmaßen, sondern nur nach den Mindestmaßen für geringe Radverkehrsstärken gebaut“, erklärt der Verband. Statt 1,6 Metern sollten einseitige Radwege besser zwei Meter breit sein, um Radfahrenden ausreichend Platz zu geben.

Um schwere Unfälle mit Lastkraftwagen zu verhindern, verlangt der Fahrradclub eine gesetzliche Pflicht, diese Fahrzeuge mit selbst-bremsenden Abbiege-Assistenz-Systemen auszurüsten.