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Abstufung von Landesstraßen
Ämter wehren sich gegen Abstufungsprogramm

Ruhland. Das Land Brandenburg will seine Straßen loswerden - Landkreis und Kommunen werden zur Kasse gebeten. Von Andrea Budich

Gegen die Abstufung der Landesstraße 55 zwischen Ruhland und Ortrand hat in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung der amtierende Amtsdirektor Christian Konzak klare Position bezogen. „Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren“, bestätigt er am Mittwoch der RUNDSCHAU. Er widerspricht damit der vom Land erklärten abnehmenden Verkehrsbedeutung und der geringeren überörtlichen Funktion dieses Straßenabschnittes. Vor allem bei Sperrungen auf der Autobahn sei die Landesstraße laut Konzak ein wichtiger Bypass. Zudem befindet sich die Ortsdurchfahrt Ruhland als ein Abschnitt der Landesstraße mit einem Kopfsteinpflaster, das mehr als acht Jahrzehnte auf dem Buckel hat, in einem desolaten Zustand. Eine Sanierung könnten weder der Landkreis noch die Stadt bezahlen. In einer Stellungnahme hat sich das Amt Ruhland daher klar gegen eine Abstufung der über Jahre vernachlässigten Landesstraße ausgesprochen. Gegen das Abstufungsmodell haben sich auch die Nachbarn aus dem Amt Ortrand positioniert.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sollen nach den Plänen der Landesregierung rund 60 Kilometer von Landesstraßen abgestuft und an den Landkreis übertragen werden. Davon betroffen sind auch die Abschnitte zwischen Schipkau und Finsterwalde (L 60), zwischen Ruhland und Ortrand sowie zwischen Bronkow und Wormlage (L 55), zwischen Klein-Mehßow und Bronkow (L 553), zwischen Altdöbern und Lug (L 532) sowie zwischen Vetschau und Ogrosen (L 525). Gegen das geplante Abstufungsprogramm mit noch nie dagewesener Dimension hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben ausgesprochen. „Dies ist keine Entscheidung mit Weitblick, sondern nur eine Kostenverlagerung und damit neue Mammutaufgabe für die Kommunen“, erklärt er.