Pfirsich und Sternfrucht mit einem leichten Hauch Zitrone - diese Geschmacksnoten verbindet der Weinkenner mit einem Italiener, Portugiesen oder Franzosen. Den Großrä schener Solaris hat da wohl kaum jemand auf dem Schirm. Der am Mittwoch im Weingut Schloss Proschwitz von Prinz zur Lippe abgefüllte trockene, leichte Tropfen vom ein Hektar großen Weinberg unterhalb der IBA-Terrassen macht im Februar schon mal Lust auf den Sommer im Lausitzer Seenland. Denn gewachsen und in der Sonne gereift ist der Großräschener Solaris auf Lausitzer Geschiebemergel am steilsten Weinberg Brandenburgs in Südlage mit einer Neigung von bis zu 33 Prozent.

Steilhanglage sagt der Weinkenner und hat dabei Großräschen aus dem flachen Lausitzer Land sicher nicht im Blick. Was den Großräschener Wein so besonders macht, ist das Mikroklima am Großräschener See. Er speichert die Wärme, die die Trauben über den Sommer aufsaugen und so unglaublich hohe Mostgewichte erreichen. Im Jahrgang 2015 waren es bei der Solaris-Lese am 8. September 93 Grad Öchsle. "Mit solch hervorragenden Trauben kann man gute Weine machen", bestätigt der Erste Kellermeister vom Weingut Proschwitz, Jacques du Preez.

Dabei ist die hohe Traubenqualität des Solaris kein Zufallstreffer. Der später im Oktober gelesene Cabernet Blanc ist mit einem Mostgewicht von 103 Öchsle in die Meißner Weintanks gekommen. "Davon träumen andere Winzer", zollt der aus Südafrika stammende Kellermeister dem Großräschener Winzer Dr. Andreas Wobar seinen Respekt. Der Weiße wird gleichfalls bis zur Jungweinprobe zur Eröffnung der Seenlandtage abgefüllt. Bei einem ersten Geschmackstest punktet er mit einem schönen cremigen Schmelz.

Der Großräschener Cabernet Blanc hat eine grüne, würzige Note, die an Paprika erinnert, kombiniert mit einem Hauch von tropischen Früchten. "Ein wunderbarer Spitzenwein, der dem Vergleich mit renommierten Anbaugebieten standhält", spart der erfahrene Kellermeister nicht mit Lob. Das Großrä schener Weingeheimnis ist für ihn leicht zu erklären: "Guter Wein funktioniert nur mit viel Leidenschaft", sagt er.

Alle vier Weine vom Großräschener Winzer können erstmals gemeinsam bei der Jungweinprobe am 23. April anlässlich der Eröffnung der Seenlandtage verkostet werden. Dann haben auch die neu entwickelten Etiketten für die Classic-Edition ihren Premierenauftritt. Als Gesicht des Großräschener Weins prangt der markante Kopf des Winzers auf jedem der vier Etiketten. Dabei stehen die Farben Schwarz-Gold für den Solaris, Gold für den Cabernet Blanc, Dunkelrot für den Pinotin und Kupfergold für den im Eichenfass gereiften Pinotin.

Für den Start in die neue Weinsaison ist die Winzerfamilie Wobar gerüstet. Die Arbeit im Weinberg startet mit dem Rebschnitt bereits in der nächsten Woche.

Zum Thema:
Alle vier Großräschener Weine (Solaris, Cabernet Blanc, Pinotin classic und aus dem Eichenholzfass) können erstmals verkostet werden zur Eröffnung der Seenlandtage am 23. April auf den IBA-Terrassen. Winzer Andreas Wobar lädt aus diesem Anlass ab 13 Uhr zur offenen Großräschener Jungweinprobe ein.Eine kulinarische Weinverkostung findet am 20. Mai in der Dörrwalder Mühle statt.Zum Tag des offenen Weinbergs am 11. Juni wird zu Führungen am steilsten Weinhang Brandenburgs mit Weinproben eingeladen. www.weinbauwobar.de