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| 17:46 Uhr

In Elbe-Elster und im OSL-Süden
Abfallgebühren bleiben stabil

Lauchhammer/Freienhufen. Entsorgungsverband schreibt noch schwarze Zahlen und steht vor einer großen Investition. Von Manfred Feller

In der Stadt Cottbus könnten die Müllgebühren demnächst steigen. Die Abgeordneten diskutieren eine neue Satzung. Nicht so beim Abfallentsorgungsverband (AEV) „Schwarze Elster“ mit Sitz in Lauchhammer. Er zeichnet für den OSL-Süden und den Landkreis Elbe-Elster verantwortlich. „Unsere letzte Gebührenerhöhung war 2006“, blickt Verbandsvorsteher Dr. Bernd Dutschmann, damals noch nicht im Amt, zurück. „Eventuell bleiben die Gebühren noch bis einschließlich 2020 konstant. Doch dann müssen wir neu rechnen“, sagt er.

  Im Brandenburgvergleich liegen die AEV-Gebühren aktuell im unteren Mittelfeld, versichert der Vorsteher. Viele Entsorgungsverbände in diesem Bundesland sind in den vergangenen zwölf Jahren gebührenmäßig vorbeigezogen. Einst lag der AEV im vorderen Drittel der Abkassierer. Die Gebühren direkt zu vergleichen, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Jeder Verband rechnet anders ab – zum Beispiel mit und ohne Grundgebühr (die zudem noch sehr unterschiedliche Posten abdeckt) sowie mit Bedarfs- oder Zwangsentleerung und so weiter.

Wie in fast jedem Bereich, so steigen auch im hiesigen Verband die Kosten. Ein negativer Faktor sei der Sperrmüll. Dessen Entsorgung zahlen die Haushalte über die nicht gestiegene Grundgebühr – egal, ob sie etwas abzugeben haben oder nicht. „Jedes Jahr müssen wir fast 1000 Tonnen mehr entsorgen. Finanziell reicht es irgendwann nicht mehr“, so Dr. Bernd Dutschmann. Teurer wurden auch das Einsammeln und der Transport der Abfälle und Wertstoffe. Neben den gestiegenen Dieselkosten kam im Sommer die Bundesstraßenmaut hinzu. Und nicht zuletzt bekämen auch die Mitarbeiter mehr Gehalt. Deren Anzahl sei trotz höherer Anforderungen nicht gewachsen, heißt es.

Während der jüngsten Verbandsversammlung, der Vertreter der beiden Landkreise und der Kommunen angehören, ist dem AEV eine solide Arbeit bescheinigt worden. Das nun festgestellte Jahresergebnis für 2017 liegt mit rund 300 000 Euro im Plus. Dieses Geld fließe in die nächste große Investition. Nach Angaben von Dr. Bernd Dutschmann wird auch für dieses Jahr ein gutes Ergebnis erwartet.

In den Startlöchern hockt das Millionenprojekt Kompostieranlage und Wertstoffhof in Freienhufen – wo sich die zentralen Objekte des Verbandes befinden. Nach Ausschreibung und Submission soll in der Verbandsversammlung am 14. November die Vergabe der Bauleistungen erfolgen. „Wir rechnen mit dem Baustart noch in diesem Jahr, damit die Anlagen im Mai/Juni 2019 in Betrieb gehen können“, nennt der Vorsteher den straffen Zeitplan. Dann werden in der verbandseigenen Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Freienhufen die Rest­abfälle nicht mehr sortiert, sondern nebenan bei einem Unternehmen thermisch verwertet, also verbrannt. Die MBA dient dann den Bioabfällen, die ab Januar flächendeckend eingesammelt werden. Die haushaltsbezogenen Biotonnen mit Chip und Infoblatt werden ab der nächsten Woche (beginnend in den Gebieten Herzberg, Mühlberg und Bad Liebenwerda) im gesamten Verbandsraum ausgeliefert.

Start des Einsammelns der Bioabfälle ist im Januar. Da diese Abfallart im Winter nur in geringen Mengen anfällt, reichen die aktuellen Sortier- und Verarbeitungsanlagen in Freienhufen (einschließlich Gasspeicher und Stromerzeugung). Erwartet werden aus dem AEV-Gebiet jährlich 8000 Tonnen Bioabfälle. Zur besseren Auslastung und Einnahmesteigerung kommen noch 4000 bis 5000 Tonnen aus dem Landkreis Spree-Neiße hinzu. Dort muss keine neue Anlage errichtet werden. Jedoch sind die Transportwege lang.