Auf der morgendlichen Kontrollfahrt fährt Mitarbeitern des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB) am Erlebnis-Standort Landmarke "Rostiger Nagel" am Sedlitzer See der Schreck in die Glieder und beißender Rauch in die Nase. Das in Stahl- und Holzbauweise errichtete Imbissgebäude, das um einen Sanitärtrakt erweitert worden war, steht in Flammen.

7.17 Uhr löst die Leitstelle Lausitz in Cottbus den Feueralarm aus. Als die Wehren aus Senftenberg, Großkoschen und Kleinkoschen eintreffen, ist das Gebäude schon nicht mehr zu retten. Es steht in Vollbrand. Das bestätigt Jens Ruzicka, der Dienstgruppenführer und Einsatzleiter der Senftenberger Feuerwehr. Zwei Löschtrupps rücken dem Feuer mit C-Rohren unter schwerem Atemschutz zu Leibe. Den Brand bringen die Einsatzkräfte mit viel Wasser routiniert zügig unter Kontrolle. Zurück bleibt eine akut einsturzgefährdete dampfende Ruine. Die Brandbekämpfer kommen noch mehrmals zur Nachkontrolle. Der klägliche Rest des Imbisses muss abkühlen und von Statikern beurteilt werden. Noch ist offen, ob das bis auf die Grundmauern abgebrannte Gebäude von den Brandermittlern der Kriminalpolizei überhaupt betreten werden kann. Polizeisprecher Torsten Wendt kündigt die Spezialisten des Landeskriminalamtes für den heutigen Freitag an. Die Ursachenforschung dürfte auch schwierig sei, weil das Gebäude in voller Ausdehnung gebrannt hat und die unvermeidbaren kräftigen Löscharbeiten auch Spuren vernichtet haben. Nahe liegt, dass Brandstifter am Werk waren oder ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst hat.

Der Handlungsdruck der Feuerwehr vor Ort ist groß gewesen, weil das Gebäude nahe am Wald steht und ein Übergreifen der Flammen auf den Baumbestand verhindert werden musste, bestätigt der Einsatzleiter. Wind und Wetter wiederum seien für die Löscharbeiten zum Glück günstig gewesen.

Der entstandene Sachschaden wird vorerst auf etwa 200 000 Euro geschätzt.

Der Brandort ist von Mitarbeitern des Bauhofes des Zweckverbandes umgehend eingezäunt und damit gegen das Betreten Unbefugter gesichert worden. Zum tatsächlichen Ausmaß und den Folgen für die weitere touristische Nutzung des Areals kann Dana Hüttner, die Sprecherin des Seenland-Verbandes, noch keine Aussage machen. Der Schaden muss erst beurteilt werden. "Der Aussichtsturm ist von dem Brand unberührt und bleibt selbstverständlich begehbar", erklärt sie. Die Besucher werden aber darum gebeten, Abstand von dem baufälligen Gebäude zu halten. Verbandsvorsteher Volker Mielchen muss offen lassen, ob für die laufende Saison noch eine provisorische Versorgung organisiert werden kann oder es erst ab nächstem Frühjahr eine Lösung geben wird. Auch, dass der Sanitärbereich jetzt nicht mehr nutzbar ist, schmerzt im Seenland. Denn die Basis-Infrastruktur, die vor allem für ankommende Reisebusse in der Bergbaufolgelandschaft sehr wichtig ist, ist insgesamt noch rar und das erste Ziel der Besuchergruppen auch deshalb vielfach der Aussichtsturm.

Zum Thema:
Der Erlebnis-Standort an der Landmarke "Rostiger Nagel" am Sedlitzer See war erst im Frühjahr vor zwei Jahren mit Fördermitteln des Landes Brandenburg weiter ausgebaut worden. Der Imbiss "Rostlaube" wird hier bereits seit dem Jahr 2009 betrieben. Er war am Vortag des Brandes normal geöffnet.