"Heiraten ist wieder voll im Trend", bestätigt eine, die es von Berufs wegen wissen muss. Gabriele Prillwitz ist Standesbeamtin von Großräschen.

Dass 2016 für sie ein gutes Jahr wird, davon ist sie überzeugt. Bereits 39 Heiratswillige haben sich bei ihr fest vormerken lassen. "Das ist wirklich viel", weiß sie aus Erfahrung der Vorjahre. Dabei sind die Samstage im Sommer schon sehr gut bestückt. Das Zeug für einen Heiratstag scheint zumindest in Großräschen der 16.6.2016 zu haben. Für den Donnerstag im Juni sind bereits vier Termine vergeben.

Für die Seestadt hat die Standesbeamtin auch den Trend ausgemacht, dass viele junge Leute, die in der Ferne ihr Glück gefunden haben, zum Heiraten in die alte Heimat zurückkommen. Neben dem Trausaal im Jugenstil in Wettigs Hof werden in Großrä schen die meisten Ehen im Fälschermuseum vom Seehotel in Hafennähe und in der historischen Mühle in Dörrwalde geschlossen.

Besondere Trauorte sind bei den Brautleuten gefragt. Das kann auch Senftenbergs Standesbeamtin Rosel Schäl bestätigen. Von den insgesamt 99 Ehen des Vorjahres wurden 40 vor der historischen Kulisse von Schloss und Festung geschlossen. Fürs neue Jahr gibt es viele Anfragen fürs romantische Seeschlösschen direkt am Senftenberger See. Bemerkenswert in Senftenberg ist, dass schon jetzt im Januar die Samstage im Juni, Juli und August so gut wie ausgebucht sind. Um für den Ansturm der Heiratswilligen noch besser gerüstet zu sein, wird der Trausaal im Rathaus im Februar schick gemacht.

Im Amt Ruhland sieht es ganz danach aus, dass auch im neuen Jahr das Schloss Lipsa mit der herrlicher Freitreppe der Favorit bei den Brautleuten bleibt. Von den 35 Ehen des Vorjahres wurden die meisten auf Schloss Lipsa geschlossen. Für 2016 gibt es bereits 18 Anmeldungen.

"Weil die Brautpaare immer auf der Suche sind nach besonderen Orten fürs Ja-Wort, bieten wir ab sofort auch Trauungen im alten Wappensaal des Gutshofes an", sagt Ruhlands neue Standesbeamtin Sandra Peschel.

Die Lust aufs Heiraten ist tendenziell nur in der Großgemeinde Schipkau rückläufig. Gab es 2014 noch 50 glückliche Brautpaare, waren es im Vorjahr nur noch 40. In der Schließung des bei Brautleuten sehr beliebten Landhotels Meuro sieht Standesbeamtin Ulrike Kurio dafür einen Grund. Knapp die Hälfte aller Eheschließungen in der Rennsportgemeinde fand im Landhotel statt, das seit Oktober geschlossen ist. Der Lausitzring als möglicher Trauungsort wird indes nur von wenigen Paaren auserwählt. Im Vorjahr waren es zwei Pärchen, die besonders rasant in den Hafen der Ehe einfahren wollten.

Zu den Brautpaaren des Jahres 2016 gehören Anke Weinert (33) und Maik Tempel (32) aus Lauchhammer. Die beiden sind seit fünf Jahren ein Paar. Der Bräutigam in spe hat seiner Zukünftigen zu Heiligabend unterm Weihnachtsbaum den Antrag gemacht. Das Ja-Wort wollen sich die zwei im Oktober in Lauchhammer geben und dort auch feiern.

Bei der Hochzeitsmesse am Sonntag im Kulturhaus Lauchhammer haben sie schon mal Ausschau gehalten nach all dem, was den schönsten Tag im Leben perfekt macht. Für Anke Weinert gehört ein Traumkleid in Weiß natürlich dazu.