Der Küchenchef sucht stets den Kontakt zu seinen Gästen, probiert ständig neue Kreationen aus und legt großen Wert auf frische und regionale Produkte.

Die RUNDSCHAU sprach mit dem ambitionierten Koch über seine Rückkehr in die Lausitz, über den anspruchsvollen Beruf des Kochs und über seine persönlichen Ziele.

Herr König, Sie haben im fränkischen Rothenburg mit Ihrer Koch-Ausbildung begonnen und arbeiteten danach in verschiedenen renommierten Restaurants in Deutschland und der Schweiz. Weshalb sind Sie nach Forst zurückgekehrt?
Ich bin sehr heimatverbunden und habe schon immer mit dem Gedanken gespielt, in die Lausitz zurückzukehren. Hier habe ich meine Familie und meine Freunde. Als das Hotel Rosenstadt im vergangenen Jahr neu eröffnete, habe ich mich als Küchenchef beworben und bekam prompt eine Zusage. Das war ein großer Glücksfall, denn nun kann ich meinen Traum verwirklichen.

Was mögen Sie besonders an der Lausitz?
Das Temperament der Menschen. Die Lausitzer sind zwar sehr traditionsbewusst und es ist manchmal etwas schwer, moderne Sachen durchzusetzen, aber sie sind auch sehr offen und warmherzig. In der Schweiz hat es ein Jahr gedauert, ehe ich mich auf der Alp in 2000 Metern Höhe etabliert hatte. Die Lausitzer sind da viel lockerer und vor allem gesprächiger.

Sie suchen regelmäßig den Kontakt zu Ihren Gästen, warum?
Der persönliche Kontakt mit den Gästen im Restaurant ist mir sehr wichtig. Ich frage sie, ob ihnen das Essen schmeckt und ob alles in Ordnung ist. Viele Besucher freuen sich, wenn sie sehen, wer in der Küche arbeitet und das Essen zubereitet.

Wie würden Sie Ihre Küche beschreiben?
Als gutbürgerlich, mit internationalem Flair. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Beschreiben Sie doch einmal einen Arbeitstag bei Ihnen.
Vor der eigentlichen Arbeitsaufnahme mache ich mir bereits Gedanken zur Kalkulation und zum Einkauf, bevor ich um 11 Uhr mit den Vorbereitungen für das Mittagsgeschäft beginne. Die ersten Gäste kommen meistens schon um 11.30 Uhr. Dann wird bis etwa 14 Uhr gekocht. Danach stehen bis 17 Uhr organisatorische Dinge wie Absprachen und der Einkauf auf dem Programm. Ab 17 Uhr beginnt die Zubereitung für das Abendessen, das bis etwa 22 Uhr geht. Anschließend wird in der Küche aufgeräumt und alles gesäubert. Wir sind ein junges Team, da macht die Arbeit viel Spaß.

Haben Sie ein Vorbild?
Nein, ein Vorbild habe ich nicht. Ich versuche immer, meinen eigenen Stil zu entwickeln und beizubehalten. Ich lege großen Wert auf frische und regionale Produkte mit einer hervorragenden Qualität. Wir verwenden beispielsweise Fleisch vom Lausitzer Taubengut oder Wildprodukte von Borchardt.

Möchten Sie einmal ein Sterne-Koch werden?
Das ist kein Ziel von mir. Die Auszeichnung "Goldener Kochlöffel" wäre schön, ist aber kein Muss. Wichtig bleibt allein, dass es den Gästen immer schmeckt.

Kochen Sie auch privat?
Ja, ich koche auch gern zu Hause für Freunde und Familie. Dann probiere ich meistens Neues aus oder entwickle Gerichte weiter.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Gebratenes Lammrückenfilet mit karamellisiertem Kirschtomatengemüse und frischem Kartoffelkräuterpüree in einer feinen Orangensoße.

Der Beruf als Koch ist sicher nicht immer leicht. An Sonn- und Feiertagen müssen Sie arbeiten, während die meisten Menschen Freizeit haben.
Das stimmt, aber wenn ich drei, vier Stunden à la carte koche, dabei rund 100 Mahlzeiten zubereite und mir die Gäste mit einem freundlichen Lächeln sagen, dass es ihnen geschmeckt hat, ist das ein schönes Gefühl. Auch wenn ich mittags richtig im Stress bin und nach intensivem Kochen völlig geschafft, macht mir das richtig Spaß und stellt mich zufrieden. Das ist Adrenalin pur.

In der Lausitz fehlt es häufig an jungen Köchen. Viele scheuen sich vor der Ausbildung. Was ist das Schöne an diesem Beruf?
Jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Es gibt neben dem normalen Geschäft immer wieder verschiedene Veranstaltungen, auf die es sich einzustellen gilt. Außerdem hat ein Koch auch viele organisatorische Dinge zu erledigen. Der Beruf ist wesentlich vielseitiger und mehr, als nur am Herd zu stehen.

Wie sind Sie eigentlich zum Kochen gekommen?
Ich habe mir schon als Kind in der ersten und zweiten Klasse selbst Essen zubereitet. Heute koche ich immer noch unheimlich gern, es ist meine große Leidenschaft.

In welches Restaurant würden Sie gern einmal essen gehen?
In das Restaurant von Fernsehkoch und Buchautor Alfons Schuhbeck in München.

Was unterscheidet Ihre Küche von anderen?
Ich glaube, die Qualität und Frische der Produkte, die wir im Hotel Rosenstadt anbieten, sind für unsere Region nicht selbstverständlich. Das ist natürlich auch eine Kostenfrage, denn es dauert eine Weile, ehe sich eine hochwertige Küche etabliert. Ohne Investition und Vorleistung ist das nicht möglich. Neben der Qualität lege ich großen Wert auf ein ansprechendes Anrichten der Speisen. Denn das Auge isst mit. Kräftige Farben und die Anordnung der verschiedenen Bestandteile sind für mich wichtig.

Was ist für Sie das Besondere am Restaurant "Malxestube"?
Hier kann ich mich absolut verwirklichen, weil mir meine Chefin Kathrin Hnyk freie Hand lässt. Ich treffe viele Entscheidungen selbst. Das Angebot auf unserer Restaurantkarte ist von mir, demzufolge identifiziere ich mich einhundertprozentig mit den Speisen. Neu sind beispielsweise der Plattenservice, bei dem das Fleisch direkt vor den Gästen am Tisch tranchiert wird oder unser romantisches Candle-Light-Dinner.

Sie haben ja schon viele berufliche Stationen hinter sich. Wie lange wollen Sie in Forst arbeiten?
Ich fühle mich wohl in Forst und möchte gern in meiner Heimat bleiben, wenn die Möglichkeit besteht. Wir haben noch viel vor. In diesem Jahr bieten wir zum Beispiel erstmals Kochkurse an. Darauf freue ich mich schon ganz besonders. Außerdem können Besucher bei einem Tag der offenen Tür hinter die Kulissen des Hotels und der Küche schauen.

Was ist ein schönes Kompliment für Sie?
Wenn mir die Gäste sagen, dass es ihnen geschmeckt hat. Aber besonders, wenn sie mich nach den Gewürzen fragen. Dann verrate ich ihnen auch schon mal das eine oder andere Geheimnis.

Mit David König

sprach Lars Hartfelder

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David König ist 28 Jahre alt, wurde in Zeitz geboren und wuchs in Groß Schacksdorf (bei Forst) auf. Dort ging er auch zur Schule. Seine Ausbildung zum Koch absolvierte er in Rothenburg ob der Tauber, einer Kleinstadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Anschließend führte sein Weg nach Helgoland und von dort aus zum Bodensee, bevor er im Wallis, dem zweitgrößten Ski-Gebiet der Schweiz, als stellvertretender Küchenchef arbeitete. Seit dem 8. Mai 2012 ist er in Forst im Hotel Rosenstadt Küchenchef. lrs

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Das Hotel Rosenstadt Forst verfügt über 59 modern ausgestattete Zimmer, die behaglich und komfortabel eingerichtet sind. Neben einem Saal für Familienfeiern bieten Tagungs- und Seminarräume Platz für geschäftliche Treffen. lrs