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| 15:08 Uhr

Umweltaktionstag
500 Schwarzheider beräumen die Dreckecken

 Hier präsentieren die BASF-Azubis mit Bürgermeister Christoph Schmidt ihre Müllausbeute in der Naundorfer Straße.
Hier präsentieren die BASF-Azubis mit Bürgermeister Christoph Schmidt ihre Müllausbeute in der Naundorfer Straße. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Schwarzheide. Die Chemiestadt und BASF laden zum ersten Umweltaktionstag ein. Von Torsten Richter-Zippack

Mit dieser Resonanz hat selbst der Schwarzheider Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos) nicht gerechnet. Genau 509 Einheimische sind dem Aufruf von Rathaus und der BASF Schwarzheide GmbH zum ersten Umweltaktionstag gefolgt. Das entspricht fast einem Zehntel der Einwohner. Mehr noch: „Unter den gut 500 Teilnehmern räumen auch mehr als 200 Kinder und Jugendliche in unserer Stadt auf“, ergänzt Stadtsprecherin Ute Kolanowski.

35 Dreckecken sind im Vorfeld ausgewählt worden, die anlässlich des Umweltaktionstages gesäubert werden. Dazu gehören auch die Grünflächen links und rechts der Naundorfer Straße. Die Trasse verbindet das Stadtzentrum mit dem Schwarzheide-Ost. Dort sind unter anderem mehrere Azubis der BASF Schwarzheide GmbH zugange. Die jungen Leute tragen unter anderem eine Radkappe, mehrere alte leere Flaschen und selbst ein altes Kopfkissen an den Rand des Fußweges. Dort wird Minuten später ein Fahrzeug den Müll einsammeln und an einen zentralen Platz transportieren.

Im Wandelhofpark hinter dem früheren Kulturhaus ist Sophie Noack im Einsatz. „Ich habe im Gebüsch ein Bügelschloss gefunden. Sogar der Schlüssel steckt noch“, präsentiert die Kämmerei-Mitarbeiterin ihre Trophäe.

Auch Heinz Greven, der die IKW-Straße vom Unrat befreit, hat seinen Müllsack bald gut gefüllt. Hinzu kommen eine defekte zweiteilige Kinderrutsche sowie ein altes Fahrrad. „Manche Leute sind echte Schweine“, sagt das von den Einheimischen als „Toiletten-Heinz“ bezeichnete Original.

Wegen dieser „Schweine“ müsse die Stadt Jahr für Jahr rund 20 000 Euro investieren, rechnet Bürgermeister Schmidt vor. „Dabei handelt es sich um illegale Müllentsorgung. Mich würde mal interessieren, was in den Köpfen dieser Leute vorgeht“, sagt das Stadtoberhaupt. Manchmal sei auch Sondermüll darunter, beispielsweise große Mengen Bauschutt, Technikschrott undr alte Dachpappe. „Dabei gibt es doch das Schadstoffmobil. Dort können zum Beispiel alte Farbe, Altöl und Pflanzenschutzmittel kostenlos abgegeben werden.“ Nach Angaben des Abfallentsorgungsverbandes Schwarze Elster steuert das Fahrzeug zweimal im Jahr alle Orte des Verbandsgebietes an.

Der während des Umweltaktionstages zusammengetragene Müll, so kündigt Christoph Schmidt an, werde durch die Stadt fachgerecht entsorgt. Die dabei anfallenden Kosten übernehme die Kommune.

Indes soll der Schwarzheider Umweltaktionstag zu einer Tradition werden. Nach Angaben von Ute Kolanowski ist der Bedarf durchaus vorhanden. Ein Hauptziel sei es, die Einwohner verstärkt für den Umweltschutz zu sensibilisieren. „Wir wollen, dass keine Abfälle mehr illegal entsorgt werden“, ergänzt Bürgermeister Schmidt.