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| 18:03 Uhr

48 Firmen profitieren von Fördergeld

Ivonne Schulze behandelt Patienten mit krankhaft veränderten Füßen. Für ihre Praxis konnte sie aus dem Fördertopf schöpfen.
Ivonne Schulze behandelt Patienten mit krankhaft veränderten Füßen. Für ihre Praxis konnte sie aus dem Fördertopf schöpfen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Die Senftenberger Förderprogramme des vorigen Jahres haben die lokale Wirtschaft ordentlich angekurbelt. Die Stadt zahlte 200 000 Euro an kleine Firmen aus. Diese danken es mit Investitionen und Arbeitsplätzen. In diesem Jahr gibt's allerdings weniger Fördergelder. Jan Augustin

Ivonne Schulze hat es noch einmal wissen wollen. Nach ihrer Elternzeit vor drei Jahren entscheidet sich die bis dahin Angestellte eines Architekturbüros für einen beruflichen Neustart. Sie macht zwei Jahre eine Ausbildung zur Podologin und dann sich selbstständig. Seit Ende vorigen Jahres führt die vierfache Mutter nun ihre eigene Praxis auf dem heimischen Grundstück in Hosena. "Ich bin sehr zufrieden", sagt die 46-Jährige. Für ihre Familie habe sie nun mehr Zeit. Und die Geschäfte liefen gut. Der Bedarf nach einer Behandlung von krankhaft veränderten Füßen sei vorhanden.

Es sind vor allem ältere Menschen, die zu ihr kommen. Oft leiden sie unter dem diabetischen Fußsyndrom. Infolge des erhöhten Blutzuckerspiegels verändern sich Blutgefäße und Nerven. "Die Sensibilität des Fußes geht verloren", erklärt die Podologin.

Dass sie nun eine erfolgreiche Unternehmerin ist, hat Ivonne Schulze zu einem kleinen Teil auch der Stadt Senftenberg zu verdanken. Für teure Gerätschaften, Instrumente und den barrierefreien Umbau des Hauses profitierte sie von einem der kommunalen Förderprogramme.

Die Stadt reichte für Kleinstunternehmen mit maximal zehn Mitarbeitern im zurückliegenden Jahr insgesamt 200 000 Euro aus. 48 Firmen konnten sich über eine maximale Förderung von 7500 Euro freuen. 18 Arbeitsplätze sind so entstanden.

Für Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) ist die Senftenberger Förderrichtlinie etwas ganz Besonderes. "Das, was wir in den letzten Jahren auf den Weg gebracht haben, ist einmalig in Deutschland", sagt der Verwaltungschef. Seit der Einführung der Förderprogramme 2009 sei der Wirtschaftsstandort Senftenberg gestärkt worden. "Fast immer wurden bei der Beschaffung von Maschinen oder den Baumaßnahmen Senftenberger Unternehmen einbezogen und somit für eine weitere Aktivierung der Wirtschaftskreisläufe gesorgt", sagt Fredrich.

Auch für den Wirtschaftsförderer der Stadt, Frank Neubert, ist das Senftenberger Fördermodell eine "Erfolgsgeschichte". Allerdings muss sie in diesem Jahr in abgespeckter Version fortgeschrieben werden. Die Senftenberger Stadtverordnetenversammlung hat wegen fehlender Haushaltsmittel nur das Fördermittelprogramm für Ärzte beschlossen. "Antragsberechtigt sind Fachärzte, die sich in der Stadt Senftenberg niederlassen wollen und die Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung vorweisen können", erklärt Neubert. Profitieren können auch Fachärzte, die eine Praxis eines aus Altersgründen ausgeschiedenen Arztes übernehmen. Die maximale Fördersumme liegt bei 10 000 Euro.

Zum Thema:
Aus den Senftenberger Förderprogrammen für Kleinstunternehmen, Ärzte, Unternehmensnachfolger und Existenzgründer ist die komplette Fördersumme in Höhe von 200 000 Euro an 48 Firmen ausgezahlt worden. Die meisten bewilligten Förderbescheide gingen nach Senftenberg (39). In Brieske wurden vier Firmen, in Hosena drei und in Großkoschen zwei Unternehmen gefördert. Voraussetzung ist neben der maximalen Mitarbeiterzahl von zehn, dass das Unternehmen in Senftenberg angesiedelt ist und hier auch Gewerbesteuern zahlt. 21 Unternehmen sind dem Handwerk zugeordnet, 13 Firmen arbeiten im Gesundheitsbereich, sieben kommen aus dem Tourismussektor, sechs aus dem Baugewerbe und eine aus dem Handel.