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| 19:05 Uhr

Rückkehrer-Tage
Gut informiert zurück in die alte Heimat

 Am Stand der Stadt Lauchhammer war Wirtschaftsförderin Rotraud Köhler (l.) Ansprechpartner für rückkehrwillige Ex-Lausitzer. Familie Stark sowie Mario Pfeiffer (2.v.r.) und Nicole Schkölzger (r.) haben viele Jahre in Westdeutschland gelebt und gearbeitet. Jetzt haben sie die Rückkehr in ihre Heimat fest im Blick.
Am Stand der Stadt Lauchhammer war Wirtschaftsförderin Rotraud Köhler (l.) Ansprechpartner für rückkehrwillige Ex-Lausitzer. Familie Stark sowie Mario Pfeiffer (2.v.r.) und Nicole Schkölzger (r.) haben viele Jahre in Westdeutschland gelebt und gearbeitet. Jetzt haben sie die Rückkehr in ihre Heimat fest im Blick. FOTO: LR / Catrin Würz
Schwarzheide. Dritter Rückkehrertag für die Region Senftenberg war erneut ein Erfolg. Für Menschen mit „Heimweh“ sind hier alle Chancen gebündelt. Von Catrin Würz

Nach 21 Jahren aus dem Rheinland zurück in die alte Heimat, die Lausitz. Schon lange hatte Mario Pfeiffer mit diesem Gedanken gespielt. Für Ausbildung und Job bei der Bayer AG ist er kurz nach der Schulzeit ins ferne Leverkusen gegangen - und zwei Jahrzehnte dort geblieben. Doch nun hat es den heute 38-jährigen Chemikanten und Anlagenfahrer wieder in seine frühere Heimatstadt Lauchhammer zurück verschlagen. „Uns zieht es einfach zurück dorthin, wo die Familie und die Freunde aus der Jugend sind“, erklärt er. Ab Januar wird er einen Job bei der BASF in Schwarzheide beginnen. Auch seine Lebensgefährtin Nicole Schkölzger, die ebenfalls aus Lauchhammer stammt, ist schon seit Mitte November wieder in der alten Heimat angekommen. In ihrem Beruf als Altenpflegerin hat sie schnell Arbeit gefunden. Aber was den beiden zu ihrem Glück noch fehlt, ist eine geeignete Wohnung für sich und die beiden Hunde. Deshalb ist das Paar am Freitag zum dritten Rückkehrertag der Wirtschaftsregion „Regionaler Wachstumskern Westlausitz“ (RWK) ins BASF-Kulturhaus in Schwarzheide gekommen. Hier bieten an knapp 30 Ständen regionale Wirtschaftsunternehmen, aber auch die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer (IHK) ebenso wie die Städte Senftenberg, Großräschen, Schwarzheide und Lauchhammer gebündelte Informationen darüber an, welche Möglichkeiten potenziellen Rückkehrern in der Region offen stehen.

Vor drei Jahren war die Idee von solchen Rückkehrertagen auch im Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises erstmals in die Tat umgesetzt worden. „Wir sprechen damit Menschen an, die einst aus triftigen Gründen, für Ausbildung und Job, ihre Heimat verlassen haben. Die kleine Messe hier soll nun zeigen, dass die Region heute viele Chancen zu bieten hat für all jene, die Heimweh haben“, sagt Großrä­schens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD). Der Termin zwischen den Feiertagen ist mit Bedacht gewählt, sind doch gerade dann viele „Ausgewanderte“ daheim bei ihren Familien zu Besuch. Und das Konzept gehe auf. „Jedes Jahr werden es mehr Besucher, die mit festen Plänen und konkreten Fragen zum Rückkehrertag kommen“, freut sich auch Lauchhammers Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos).

Am Stand der Stadt Schwarzheide berät Wirtschaftsförderin Ute Kolanowski an diesem Tag die Besucher zur kommunalen Infrastruktur. „Die Frage nach neuer Arbeit ist ja das eine. Da vermitteln wir gern Kontakte. Aber danach stellen sich für jeden Rückkehrer noch viele andere Fragen: Wo kann ich wohnen?, Gibt es einen Kita-Platz für meine Kinder? Was für Freizeitangebote von Sportverein bis Musikschule sind möglich? Da helfen wir aber gern mit Informationen und Vermittlung“, so Ute Kolanowski. Jedem potenziellen Neu-Schwarzheider kann die Rathaus-Mitarbeiterin eine dicke Infomappe mit allerhand Broschüren und Wegweisern in die Hand drücken. Aber viele Besucher nutzen noch lieber die persönliche Beratung im Gespräch.

Doreen Bohge vom Campingplatz Grünewalder Lauch ist als Ausstellerin beim Rückkehrertag dabei. Das florierende Camper-Paradies sucht vor allem Mitarbeiter für den Service – vom Koch bis zum Hausmeister. Doreen Bohge hat schon gute Erfahrungen mit dem Rückkehrertag gesammelt und ist deshalb wieder mit dabei: „Im Sommer haben wir eine neue Mitarbeiterin im Restaurantbereich eingestellt, die sehr gut zu uns passt. Der erste Kontakt kam auch auf so einem Rückkehrertag zustande“, erzählt sie.

 Doreen Bohge (r.) vom Campingplatz Grünewalder Lauch hat in den vergangene Jahren schon gute Erfahrungen mit dem Rückkehrertag gesammelt.
Doreen Bohge (r.) vom Campingplatz Grünewalder Lauch hat in den vergangene Jahren schon gute Erfahrungen mit dem Rückkehrertag gesammelt. FOTO: LR / Catrin Würz

Dass die Region auf die Heimkehr möglichst vieler Lausitzer angewiesen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen der Agentur für Arbeit. Derzeit gibt es im Bereich des Oberspreewald-Lausitz-Kreises etwa 900 offene Stellen. Mit 524 ganz konkreten Jobangeboten ist Teamleiterin Heike Kuhl beim Rückkehrertag vor Ort. Die Angebote sind an einer langen Reihe Stellwände angepinnt. „Besonders in der Gesundheitsbranche, aber auch in den Serviceberufen und im Handwerk suchen Firmen händeringend Personal“, bestätigt die Teamleiterin. Jeder Rückkehrer ist da willkommen.

Auch das Unternehmen Züblin aus Hosena ist auf der Minimesse präsent. „Gute Fachkräfte und Ingenieure suchen viele Firmen hier in der Region. Wer bei der Suche nach den besten Köpfen die Nase vorn haben will, muss sich heute auch als Unternehmen anstrengen“, sagt Züblin-Personalleiterin Mandy Rosenbaum. Die Teilnahme am Rückkehrertag ist für den Betrieb aus Hosena deshalb selbstverständlich.