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| 11:26 Uhr

2019 werden viele Jubiläen im OSL-Süden gefeiert
Vor 20 Jahren: letzte Kohle aus Meuro

 Die Drochower feiern 2019 nicht nur 600 Jahre Ersterwähnung, sondern auch 25 Jahre Kulturverein sowie 85 Jahre Feuerwehr.
Die Drochower feiern 2019 nicht nur 600 Jahre Ersterwähnung, sondern auch 25 Jahre Kulturverein sowie 85 Jahre Feuerwehr. FOTO: LR / Torsten Richter-Zippack
Senftenberg. Anno 2019 stehen im Altkreis Senftenberg verschiedenste Jubiläen an. Drochow wird 600 Jahre und der FSV Glückauf hundert. Von Torsten Richter-Zippack

Zwei überregionale Jubiläen werden das Jahr 2019 prägen. Zum einen der Mauerfall als Grundlage für die deutsche Einheit vor nunmehr 30 Jahren. Zum anderen die erste Mondlandung vor genau einem halben Jahrhundert. Auch in der Region zwischen Großräschen und Ortrand, Senftenberg und Lauchhammer jähren sich viele Ereignisse in den kommenden zwölf Monaten. Eine kleine Auswahl soll hier vorgestellt werden.

Am 17. Dezember 2019 werden genau 20 Jahre ins Land gegangen sein, als der letzte Kohlezug den Tagebau Meuro verließ. Damit ging nach rund anderthalb Jahrhunderten die Kohleförderung im Senftenberger Revier zu Ende. Der Tagebau Meuro war 1958 aufgeschlossen worden. Nach Angaben der Bergbausanierer von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wurden zwischen 1965 und 1999 rund 342 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Heute erstreckt sich auf einem Teil des insgesamt knapp 3600 Hektar großen Sanierungsbereiches der Großrä­schener See.

Stadt Senftenberg: Am 25. Oktober 1989 fand die erste Demonstration in Senftenberg im Zuge der politischen Wende in der DDR statt. Die Teilnehmer trafen sich auf dem Gelände der katholischen Kirche in der Calauer Straße. Vor 45 Jahren sind Hörlitz, Rauno und Reppist nach Senftenberg eingemeindet worden. Während Rauno und Reppist zum allergrößten Teil dem Tagebau Meuro weichen mussten, erfolgte für Hörlitz bzw. Senftenberg-West im Mai 1990 die Ausgliederung aus der Kreisstadt. Hörlitz wurde später Ortsteil der Gemeinde Schipkau. Bereits am Neujahrstag 2019 hat sich die Einweihung des Senftenberger Rathaus-Anbaus zum 90. Mal gejährt. Heute handelt es sich um das alte Rathaus, in dem unter anderem die Tourist-Information ansässig ist. Im Mai 1969 erfolgte die Grundsteinlegung für die Senftenberger Schwimmhalle, die Einweihung war am 7. Oktober 1970. Heute befindet sich an gleicher Stelle das Erlebnisbad. Im November 2009 wurde der Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg gegründet. Das Gremium kümmert sich um die Entwicklung des Seenlandes auf brandenburgischer Seite. Am 7. Oktober 2009 hatte das Land Brandenburg mehrere Tagebaugewässer, beispielsweise den Großräschener See, den Sedlitzer See, den Altdöberner See sowie die Brandenburger Anteile des Partwitzer und Geierswalder Sees, von der LMBV in seine Hoheit übernommen. Vor 75 Jahren ging das Außenlager Großkoschen des KZ Groß-Rosen in Betrieb. Die bis zu 800 Häftlinge mussten in der Nähe des Koschenberges diverse Flugzeugteile zerlegen. Noch heute sind Reste des Lagers unweit des Radweges von Großkoschen nach Hosena erhalten. Am 19. Januar jährt sich die Gründung des Fußballvereins Grube Marga, dem Vorläufer des heutigen FSV Glückauf Brieske/Senftenberg, zum 100. Mal. Die Kicker schafften es Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die Oberliga, die höchste Spielklasse der DDR. Vor 145 Jahren wurde erstmals Quarzsand in der Nähe von Hosena und Hohenbocka gefördert.

 Vor 15 Jahren erfolgte der Baustart für die Seebrücke an den IBA-Terrassen in Großräschen. Es handelt sich dabei um den letzten Reppister Tagebau-Absetzer.
Vor 15 Jahren erfolgte der Baustart für die Seebrücke an den IBA-Terrassen in Großräschen. Es handelt sich dabei um den letzten Reppister Tagebau-Absetzer. FOTO: LR / Richter-Zippack

Stadt Großräschen: Vor 50 Jahren wurde die Großräschener GuthsMuths-Grundschule errichtet. Zehn Jahre ist es her, dass der erste Bauabschnitt für das Wohngebiet „Alma“ am Großräschener See begann, heißt es in der Chronik. Vor 15 Jahren erfolgte der Baustart für die Seebrücke an den IBA-Terrassen. Es handelt sich dabei um den letzten Reppister Tagebau-Absetzer. Seit 25 Jahren gibt es an der B 96 das Gewerbegebiet „Am Räschener Laug“. Vor zehn Jahren öffnete das Wormlager Bürgerhaus mit Tanzsaal in einem früheren Gutsgebäude.

Gemeinde Schipkau: Der Schipkauer Ortsteil Drochow begeht im Jahr 2019 seine 600-Jahr-Feier. Das Dorf wurde anno 1419 erstmals urkundlich erwähnt. Vor 120 Jahren legte der Knappschaftsverein den Grundstein für das Klettwitzer Bergmannskrankenhaus. Heute befindet sich auf diesem Areal der Familiencampus Lausitz. Im Jahr 1949 begann der Aufschluss des Tagebaus Klettwitz, der bis 1991 rund 5200 Hektar Land in Anspruch nahm. Seit 15 Jahren existiert der 27 Meter hohe Hörlitzer Aussichtsturm.

Stadt Schwarzheide: Vor 85 Jahren wurde in Berlin die Braunkohlen-Benzin-Aktiengesellschaft (Brabag) gegründet. Dritter Betrieb des Konzerns war nach Angaben des Schwarzheider Kultur- und Heimatvereins ab 1935 das spätere Synthesewerk (heute BASF Schwarzheide GmbH). Vor zehn Jahren erfolgte die Grundsteinlegung für das Bildungszentrum Seecampus in Schwarzheide-West. Die Einweihung fand im Februar 2011 statt.

Stadt Lauchhammer: Vor genau einem Vierteljahrhundert wurden Kostebrau und Grünewalde nach Lauchhammer eingemeindet. 2014 erhielt der Stadtteil Lauchhammer-Nord seine ursprüngliche Bezeichnung Kleinleipisch zurück. Am 7. Oktober 2019 jährt sich der Geburtstag des Schradenmalers Walter Besig (1869-1950) zum 150. Mal. Besig ist in Lindenau begraben.

Amt Ruhland: Amt 1. Januar 1999 hatte der Fahrkartenschalter im Ruhlander Bahnhof geschlossen, heißt es in der Chronik. Tickets gibt es seitdem ausschließlich am Automaten. Am 10. Dezember 1994 wurde der neugestaltete Ruhlander Marktplatz eingeweiht. Ebenfalls vor 25 Jahren erfolgte der erste Spatenstich für das Ruhlander Gewerbegebiet „Große Wiesen“ südöstlich des Elsterstädtchens. Vor 55 Jahren begann der Bau einer neuen Stahlbetonbrücke über die Schwarze Elster am Ruhlander Zollhaus. Die Einweihung erfolgte 1966. Im Jahr 1944 (und auch 1945) gab es auf Ruhland und Schwarzheide mehrere Bombenangriffe, die dem nahen Brabag-Werk galten.

Amt Ortrand: Vor 85 Jahren wurde der Ortrander Altmarkt umgestaltet. 45 Jahre ist es her, dass Frauendorf und Lindenau nach Tettau eingemeindet wurden. Heute sind alle drei Dörfer selbstständige Gemeinden innerhalb des Amtes Ortrand. Vor 110 Jahren brannte die Frauendorfer Kirche ab. Seit 65 Jahren gibt es in Tettau die Martin-Luther-Kapelle.