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| 17:57 Uhr

Wetter
2018er-Wetter tanzt aus der Reihe

RUNDSCHAU-Wetterfrosch  Rudolf Kupfer. Foto: pr
RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer. Foto: pr FOTO: privat
Senftenberg. Die Wetterbilanz für das erste Halbjahr 2018 lässt selbst Experten im Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises staunen, weil sich Abweichungen vom Normalen häufen.

In diesem Jahr gab es keinen Hochwinter, dafür aber anhaltende Kälte den ganzen März über. Der Hochsommer setzte ungewöhnlich früh ein, bereits im Mai, so fasst Klaus Kreter aus Ortrand das bisherige Wetter zusammen. Ungewöhnlich ist, dass Michael Wesnigk in Klettwitz im Mai mit 285 Stunden Sonne sogar 75 Stunden mehr als im Juni gemessen hat.

Seit Mai anhaltende Hitze, relativ wenig Regen und ständiger Wind, meist aus Ost, lassen die Lausitz versteppen. Die Frühsommertrockenheit hinterlässt Brandspuren in der Landschaft. Die Getreidefelder leuchten in der Region zwar goldgelb, wie schon lange nicht, hat Ronny Sommer aus Buchwalde festgestellt, aber in den Ähren sind nur sehr kleine Körner. Bereits am 30. Juni, so zeitig wie noch nie, wurde in Großräschen Winterweizen auf Kippenflächen gedroschen, berichtet Günter Kockro.  Für die Lausitz bestätigt sich die Wetterregel: „Ein dürrer Juni bringt ein unfruchtbares Jahr.“ Das Niederschlagsdefizit zu 2017 beträgt in Hörlitz, gemessen von Gabriele Haußmann, 103 Millimeter. Das entspricht etwa zwei Monatsmengen. Im Juni hatte sie nur 39 Millimeter Niederschlag festgestellt, Norm sind 69.

In Deutschland ist die Lage recht unterschiedlich, stellt Siegfried Klaus aus Ortrand fest. Im Vogtland gab es bisher ausreichend Regen, der für ausgezeichnetes Pflanzenwachstum sorgt. „Davon können wir in der Lausitz nur träumen“, so der Landwirt. Die Pflanzen entwickelten sich bei der Wärme in den zurückliegenden Wochen im Eilzugtempo, beobachtet Gärtnermeister Dieter Georgie in Lauchhammer. Bereits Mitte Juni wurden die ersten Tomaten im Freiland geerntet. Die frühen Pflaumen waren bereits Ende Juni reif, und die überreiche Süßkirschenernte war bei den meisten Sorten bereits Mitte des Monats abgeschlossen.

Nach der Wetterregel „Die letzte Dekade im Juni und die erste im Juli bestimmen den Charakter des Sommers“, wird sich bei anhaltenden Hochdrucklagen die Trockenheit in der Region fortsetzen. Diese zu erwartende Entwicklung bereitet Landwirten, Kleingärtnern und Naturfreunden zunehmend Sorgen. Für Urlauber und Ferienkinder jedoch ist weiterhin bestes Badewetter angesagt. Erfreulich ist auch, dass der Schwalbennachwuchs sich gut entwickelt. Die erste Brut ist bereits ausgeflogen.

„Nach großer Dürre kommt großer Regen“ ist eine Entwicklung, die gegenwärtig schwer vorstellbar ist. Aber einige ehrenamtliche Wetterfrösche befürchten, dass das im August Realität werden könnte. Fragt sich, ob das zweite Halbjahr 2018 weiter für Wetterextreme sorgen wird.

Mutterkühe auf der Weide suchen Schatten, die Rasennarbe ist ausgebrannt, die Kühe erhalten zusätzliches Futter.
Mutterkühe auf der Weide suchen Schatten, die Rasennarbe ist ausgebrannt, die Kühe erhalten zusätzliches Futter. FOTO: Renate Kupfer
Weizenfeld
Weizenfeld FOTO: fotolia / ExQuisine / Fotolia
(rkp)