Zbigniew Perzyna geht mit seiner Grillen-Box im Ausstellungsraum im Umweltzentrum gleich am Tierparkeingang von Terrarium zu Terrarium. Je nach Spinnen-Größe entscheidet er, wie viele Grillen es zum Mittag gibt. 150 gibt die Speisekarte insgesamt her. Bei der Riesenvogelspinne, die mit ausgebreiteten Beinen 30 Zentimeter lang ist, muss er mehrmals in die Grillen-Box greifen. Obwohl Terry, wie er sie für Kinder nennt, noch gar nicht ausgewachsen ist. Danach ist Pam an der Reihe, eine Vogelspinne mit hellem Fell. Sie ist giftig, aber nicht gefährlich. Ihr Stich wirkt ähnlich wie der von einer Wespe. Fast unscheinbar kommt die Schwarze Witwe im Terrarium gegenüber daher. So klein wie sie ist, glaubt man kaum, dass es die giftigste Spinne auf der Welt ist. "Ihr Gift ist 15 Mal stärker als das von Klapperschlangen", erklärt Zbigniew Perzynas Ehefrau Kamila Gierko. Die Senftenberger bekommen den kleinen schwarzen Krabbler daher nur hinter Doppelglas zu sehen.

Mit ihrer Ausstellung "Faszinierende Welt der Spinnen" reist das Paar durch die ganze Welt. 400 Spinnen haben sie im Bestand, 30 ausgewählte zeigen sie in Senftenberg. Unterwegs waren sie auch schon in Finnland, Polen, Belgien, Kroatien, Litauen und in ganz Deutschland. Wenn sie am 17. August Senftenberg verlassen, geht es nach Warschau, Lissabon und Madrid.

"Es liegt uns am Herzen, ein klein wenig dazu beizutragen, das schlechte Image der Spinnen aufzubessern", sagen sie. Angst kommt von Unwissen. Genau dort wollen sie ansetzen und den Besuchern der Ausstellung so viele Informationen wie möglich bieten.

Die Sp innen haben beide ohnehin in doppelter Weise ins Herz geschlossen. Denn schließlich haben die Krabbler sie sogar zusammengebracht. Das war bei einer Ausstellung in Detmold, als Zbigniew Perzyna noch allein durch die Lande tourte. Er stellte im Landesmuseum aus, in dem sie als Praktikantin jobbte. Mit seinen Spinnen hatte sie von Anfang an kein Problem: "Schlangen hätte ich schlimmer gefunden", sagt sie und greift dabei beherzt zur nächsten Gril le.