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| 14:01 Uhr

100 Senftenberger beim Stadtteilspaziergang auf den Beinen
Brennpunkt im Quartier: Brecht-Kaufhalle

 Das zwar gesicherte, aber unansehnliche Gebäude der ehemaligen Brecht-Kaufhalle ist der Brennpunkt im Wohnquartier. Die Bewohner fordern ein, dass mit dem Haus endlich etwas passiert.
Das zwar gesicherte, aber unansehnliche Gebäude der ehemaligen Brecht-Kaufhalle ist der Brennpunkt im Wohnquartier. Die Bewohner fordern ein, dass mit dem Haus endlich etwas passiert. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Senftenberg. Senftenberger kritisieren beim Stadtteilspaziergang Investitionsstau an Straßen und Gehwegen aus den 1960er-Jahren. Von Andrea Budich

Am trostlosen Anblick der einstigen Brecht-Kaufhalle an der Ecke Weiskopf-/Brechtstraße wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Das ist die schlechte Nachricht, die die 100 Senftenberger, die Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) beim Stadtteilspaziergang am Donnerstagnachmittag begleiteten, gleich zum Auftakt schlucken mussten. Für den unansehnlichen Zustand des Kaufhallenbaus mit bunten Bildern, die den verfallenen Anblick nur optisch übertünchen, musste Vorstandsvorsitzender Horst-Ulrich König von der Genossenschaft „die senftenberger“ als Eigentümer verbale Prügel einstecken. Bürgermeister Fredrich versuchte ihn dahingehend aus der Schusslinie zu nehmen, dass die Wohnungsgenossenschaft das Gebäude sehr zur Freude der Stadt vor drei Jahren gekauft habe. Damals wollte die vom Verfassungsschutz beobachtete „Sächsische Begegnungsstätte“ das Haus kaufen und dort ein multikulturelles Begegnungszentrum einrichten. Dass der Verkauf „an Leute, die wir hier nicht haben wollen“, damit verhindert werden konnte, freut den Bürgermeister. „Das Haus ist jetzt in guten Händen“, versuchte er für den neuen Eigentümer eine Lanze zu brechen.

Ein tragfähiges Konzept für das Haus braucht noch Zeit - darin sind sich der Vorstand der Genossenschaft und der Bürgermeister einig. Der neue Name steht indes schon über dem Briefkasten: „Fleissig Haus“. Dahinter steckt die Idee, etwas mit BTU-Studenten zu entwickeln. Gründer könnten hier kleine Büros anmieten, um ihre Ideen umzusetzen. Dieses Projekt funktioniert aber wirtschaftlich nur dann, wenn es gelingt, einen Hauptmieter zu finden. „Mit ihm gemeinsam würden wir das Objekt entwickeln“, bestätigt Horst-Ulrich König. Eine zweite Nutzungsidee für die 400 Quadratmeter große Immobilie ist am Donnerstag von den Senftenbergern vorgeschlagen und an Ort und Stelle für sehr gut befunden worden. Eine Begegnungsstätte für soziale Betreuung würden sich die Anwohner in der Nachbarschaft wünschen. „Dafür braucht es aber einen Träger“, bremst Horst-Ulrich König die Erwartungen.

Zweiter großer Brennpunkt im Wohnquartier an der Kellermann- und Brechtstraße sind die Straßen und Gehwege. Beide sind nach Jahrzehnten in einem katastrophalen Zustand. „Sie sind am Dransten“, bestätigt dann auch Tiefbauchef Frank Hellmund aus dem Rathaus. Eine Vorplanung gibt es bereits. Den Sprung auf die städtische Prioritätenliste habe der Bau aber noch nicht geschafft.

 Das zwar gesicherte, aber unansehnliche Gebäude der ehemaligen Brecht-Kaufhalle ist der Brennpunkt im Wohnquartier. Die Bewohner fordern ein, dass mit dem Haus endlich etwas passiert.
Das zwar gesicherte, aber unansehnliche Gebäude der ehemaligen Brecht-Kaufhalle ist der Brennpunkt im Wohnquartier. Die Bewohner fordern ein, dass mit dem Haus endlich etwas passiert. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE