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10 000 Wildgänse am Bergheider See

Lauchhammer/Lichterfeld. Rund 10 000 nordische Gänse haben sich in diesen Tagen am Bergheider See niedergelassen. Das hat eine Zählung eines Ornithologen-Teams um Timo Schneider und Ingo Erler ergeben. trt

Grund für dieses Phänomen sei wahrscheinlich die anhaltend milde Witterung. "Es ist gut möglich, dass sich die Vögel bereits auf dem Rückflug in Richtung ihrer Brutquartiere befinden", sagt der Sedlitzer Ornithologe Heiko Michaelis. Käme in den nächsten Wochen ein massiver Wintereinbruch, würden die Tiere wieder nach Westen und Süden ausweichen.

Ohnehin erfreut sich der Bergheider See in der Vogelwelt einer großen Beliebtheit. "Das Gewässer wurde gleich nach Flutungsbeginn von vielen Tieren angenommen", erinnert sich Michaelis. "Es muss etwas Magisches haben." Möglicherweise sei es seine zentrale Lage inmitten der Bergbaufolgelandschaft Grünhaus zwischen Lauchhammer und Finsterwalde. Selbst in der Lausitz ganz seltene Arten wie der Wellenläufer, ein Mini-Albatros, seien am Restloch des früheren Tagebaus Klettwitz-Nord bereits nachgewiesen worden.

Im Kern-Seenland halte sich derzeit dagegen die Zahl der nordischen Gänse in Grenzen. Selbst am sonst sehr beliebten Sedlitzer See seien nur ein paar hundert gezählt worden. Stattdessen habe Heiko Michaelis bereits die ersten zurückkehrenden Graugänse beobachtet, die an den künstlichen Gewässern schon seit Jahren erfolgreich brüten.

Schäden auf den Feldern würden die Vögel jetzt kaum anrichten. Zum einen fressen sie die energiereichen letzten Maiskörner.

Zum anderen kneifen sie vom Wintergetreide nur die obersten Spitzen ab. Das ist nach Angaben von Landwirten sogar wachtumsfördernd.