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| 13:31 Uhr

Bei Verbraucherschützern schrillen die Telefone
Rechnungsfrust statt Liebeslust

 Partnerbörse im Internet —  was so praktisch daher kommt, hat auch seine Tücken. Foto: dpa
Partnerbörse im Internet — was so praktisch daher kommt, hat auch seine Tücken. Foto: dpa FOTO: Franziska Koark
Potsdam/Cottbus. Worum sich Verbraucherschützer so alles kümmern; selbst bei der Partnersuche scheint es kaum mehr ohne sie zu gehen. Just um den Valentinstag herum suchen Geprellte bei der Verbraucherberatung Brandenburg Hilfe und Rat.

Die Zahl der Single-Haushalte in Brandenburg und Sachsen wächst. Wie Statistiker herausgefunden haben, gilt Sachsen sogar als Hochburg der Single-Haushalte. Während auf dem Land noch häufiger in Gemeinschaft gelebt wird, wächst vor allem in Großstädten und Ballungszentren die Zahl der Einpersonen-Haushalte. Auch der Anteil junger Singles steigt. Doch wem gefällt schon das Alleinsein? Und wo findet der oder die Suchende den berühmten Deckel, den es angeblich für jeden Topf gibt?

Viele probieren es bei der Partnervermittlung oder Singlebörsen im Internet. Doch was so praktisch daher kommt, hat auch seine Tücken. „Ganz oft“ klingeln deshalb die Telefone bei Verbraucherberatungsstellen im Land Brandenburg, sagt Verbraucherrechtsexpertin Sabine Fischer-Volk. Die häufigste Klage sei die, dass das, was in den Verträgen steht, nicht eingehalten wird. „Wir hören oft Beschwerden, dass von den Agenturen Leute vermittelt werden, die gar nicht dem gesuchten Profil entsprechen oder schon vermittelt sind oder gar kein Interesse an einer Partnerschaft haben“, berichtet Fischer-Volk. Bei der Partnersuche auf Singlebörsen im Internet falle immer wieder auf, dass Profile geschönt sind und Partnersuchende sich oft besser darstellen als sie sind. „Oft endet die Suche nach dem Traumpartner oder der Traumpartnerin im Rechnungsfrust“, so Sabine Fischer-Volk. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat zwölf Tipps zusammengestellt, damit Partnersuchende nicht in die Falle tappen.

Wünsche festlegen. Partnervermittlung, Singlebörse oder Erotikportal, das Angebot ist riesig. Partnersuchende sollten sich erst überlegen, was sie suchen – einen Partner fürs Leben, für Freizeitaktivitäten oder ein schnelles Abenteuer.

Vertragspartner kennen. Wer online auf Partnersuche geht, sollte vor der Anmeldung einen Blick in das Impressum der Internetseite werfen. Hat der Betreiber eines Portals seinen Sitz außerhalb der Europäischen Union, etwa in der Schweiz oder in der Türkei, ist es häufig mühsamer, Rückzahlungsansprüche durchzusetzen, wenn etwas schief geht.

Leistungen checken. Verbraucher sollten vorab prüfen, welche Leistungen sie tatsächlich erwarten können. Wird wirklich der Kontakt zu den beworbenen Personen hergestellt, erhält man lediglich Partnervorschläge, oder muss man sich selbst durch Profile klicken?

Vorsicht bei kostenloser Mitgliedschaft und Testangeboten. Kostenfreie Mitgliedschaften bei Partnervermittlungen ermöglichen in der Regel keinen Austausch mit anderen Partnersuchenden und sind daher ohne Nutzen für den Verbraucher. Auch bei Testangeboten wie „1 Euro für 14 Tage“ sollten Verbraucher vorsichtig sein. Diese Verträge verlängern sich nach Ablauf der Testphase oft in teure Mitgliedschaften.

Laufzeit richtig wählen. Je länger die Laufzeit eines Vertrags, desto günstiger der monatliche Beitrag. Gefällt das Angebot allerdings nach kurzer Zeit nicht mehr, sind Verbraucher bei Singleportalen an die Laufzeit gebunden und bei Partnervermittlungen müssen sie sich voraussichtlich über das Recht zur außerordentlichen Kündigung streiten. Wer eine kurze Laufzeit wählt, kann ohne großes finanzielles Risiko testen, ob das Angebot den Vorstellungen entspricht.

Vertrag rechtzeitig kündigen. Bei automatischen Vertragsverlängerungen empfiehlt sich eine rechtzeitige Kündigung per Einwurf-Einschreiben — am besten zeitnah nach Vertragsschluss. Das Kündigungsschreiben muss bis zum Kündigungstermin beim Anbieter eingegangen sein.

Nicht sofort für den gesamten Zeitraum bezahlen. Einige Anbieter verlangen eine Bezahlung vorab für die gesamte Laufzeit oder eine hohe Anzahlung. Eine monatliche Zahlweise ist selbst bei etwas höheren Kosten besser, denn Verbraucher müssen ihrem Geld im Streitfall nicht hinterherlaufen.

Frist für Widerruf beachten. Wurde ein Vertrag online oder in der Wohnung des Verbrauchers geschlossen, kann er innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss widerrufen werden. Fordert der Anbieter im Falle des Widerrufs einen (hohen) Wertersatz, sollten Verbraucher diesen nicht voreilig zahlen, sondern sich rechtlich beraten lassen.

Kündigungsfristen kennen. Singlebörsen und Erotikportalen kann zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit gekündigt werden. Partnervermittlungen, die konkrete Kontaktvorschläge unterbreiten, sind jederzeit fristlos kündbar. Es sind dann nur die bis zum Zeitpunkt der Kündigung erbrachten Leistungen zu zahlen.

Daten löschen lassen. Alle persönlichen Daten sollten nach Vertragsende gelöscht werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, fordert den Anbieter ausdrücklich dazu auf und lässt sich die Datenlöschung schriftlich bestätigen.

Kleingedrucktes zum Datenschutz genau lesen. Manche Anbieter behalten sich vor, Profile auf weiteren Portalen zu verwenden, auf denen Partnersuchende sich nie angemeldet haben. Von solchen Angeboten sollten Verbraucher Abstand nehmen.

Persönliches Treffen vereinbaren. Wer meint, den Traumpartner oder die Traumpartnerin gefunden zu haben, vereinbart am besten ein persönliches Treffen an einem öffentlichen Ort oder nimmt eine Vertrauensperson mit.

(pm/moe)