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| 14:20 Uhr

Revisionsprozess
Jetzt geht es auch wieder um Totschlag

Nachdem der Bundesgerichtshof der Revision von Markus Sch. (3.v.r.) gegen ein Urteil des Landesgerichtes Cottbus stattgegeben hatte, wird seit Dienstag neu verhandelt.
Nachdem der Bundesgerichtshof der Revision von Markus Sch. (3.v.r.) gegen ein Urteil des Landesgerichtes Cottbus stattgegeben hatte, wird seit Dienstag neu verhandelt. FOTO: LR / Medienhaus Lausitzer Rundschau/C
Cottbus. Am Landgericht Cottbus begann der Revisionsprozess wegen Spremberger Krankenhaus-Attacke. BGH hatte Straf- und Schuldspruch aufgehoben. Von Christian Taubert

Das Urteil aus dem Vorjahr war überraschend: Freispruch und Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ordnete das Landgericht Cottbus gegen Markus Sch. an. Eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung wurde aufgrund der festgestellten Schuldunfähigkeit des an paranoider Schizophrenie leidenden Täters fallen gelassen. Doch nach der vom Bundesgerichtshof (BGH) stattgegebenen Revision des Verurteilten kann nun alles ganz anders kommen.

Denn der BGH hob nicht nur die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus auf. Nach Ansicht der Karlsruher Richter berücksichtige das Urteil auch nicht zur Genüge die Frage der Gefahr, die von dem Mann ausging. So hat am Dienstag vor einer anderen Kammer des Cottbuser Landgerichts der Revisionsprozess begonnen, in dessen Verlauf auch die Tatvorwürfe des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung neu bewertet werden müssen.

Verhandelt wird dabei der Angriff von Markus Sch. auf einen anderen Patienten im Krankenhaus Spremberg. Der Angeklagte soll am Neujahrsmorgen des Jahres 2017 versucht haben, den Patienten nach einem Streit zu erwürgen. Nur das Eingreifen von zwei Pflegerinnen, die auch als Zeuginnen auftraten, habe Schlimmeres verhindert.

Am Dienstag war eine der Krankenpflegerinnen erneut im Zeugenstand. Sie schilderte, wie Markus Sch. nach einem verbalen Streit um Kaffee zum Frühstück den Patienten fast bis zur Besinnungslosigkeit gewürgt hatte. „Erst als ich ihn mehrfach angeschrien habe, dass er aufhören soll, hat er plötzlich losgelassen“, sagt die Pflegerin.

Bisher sind für den Revisionsprozess sechs weitere Verhandlungstage angesetzt.