ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:42 Uhr

Lausitz
Klein Oßnig gibt sich beim Lärmschutz nicht geschlagen

Das Urteil des Cottbuser Verwaltungsgerichts zum Lärmschutz in Klein Oßnig an der B 169 lautet: Laster raus aus dem Ort. Doch der Spree-Neiße-Kreis sieht dafür keine Möglichkeit.
Das Urteil des Cottbuser Verwaltungsgerichts zum Lärmschutz in Klein Oßnig an der B 169 lautet: Laster raus aus dem Ort. Doch der Spree-Neiße-Kreis sieht dafür keine Möglichkeit. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Ch. Taubert
Cottbus. Drebkauer Ex-Bürgermeister will als neuer Kläger den Spree-Neiße-Kreis zu Verkehrslenkung bewegen. Von Christian Taubert

Im Streit um Lärmschutz an der B 169 gibt Klein Oßnig (Spree-Neiße) nicht auf. Noch bevor am Dienstagabend in der Gaststätte „Schön Oßnig“ Lärmschutzfenster für Anwohner der Bundesstraße vorgestellt wurden, kündigte ein Einwohner erneut den Gang vor Gericht an. Dies soll erfolgen, sobald der Spree-Neiße-Kreis den endgültigen Bescheid an eine Klägerin aus Klein Oßnig übergeben hat. Darin wird eine von der Anwohnerin geforderte Verkehrslenkung – Lkw-Fahrverbort und Umleitung auf Autobahnen  – abgelehnt. Stattdessen sollen bis zur Fertigstellung von Ortsumfahrungen Ende der 2020er-Jahre Betroffene kostenfrei Lärmschutzfenster erhalten.

Neuer Kläger wird der abgewählte Bürgermeister von Drebkau, Dietmar Horke (parteilos), sein. Er wohnt mit seiner Familie in dem zu Drebkau gehörenden Klein Oßnig und ist aufgrund der Lage seines Hauses einer der am meisten von Verkehrslärm betroffenen Anwohnern. „Bisher habe ich mich etwas zurückgehalten, da ich Dienstliches und Privates nicht vermischen wollte“, erklärt Horke gegenüber der RUNDSCHAU. Jetzt aber werde er sich offensiv für mehr Lärmschutz „und vor allem die Umsetzung des Gerichtsurteils zu Klein Oßnig einsetzen“. Für ihn sei die „bisherige Eierei“ des Spree-Neiße-Kreises völlig unverständlich.

Die Behörde hatte keine Möglichkeit gesehen, den Lkw-Verkehr auf der Bundesstraße – immerhin 1400 Laster pro Tag – zu reduzieren. Ein Umleiten auf die Autobahnen 13 und 15, wie es vom Cottbuser Verwaltungsgericht im Interesse der Schutzbedürftigkeit der Bürger empfohlen und für machbar dargestellt wurde, lehnte Spree-Neiße ab. Dagegen hat der Oberspreewald-Lausitz-Kreis jüngst ein Einlenken signalisiert. Nachdem ein nahezu gleichlautendes Urteil zu Allmosen vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg vollumfänglich bestätigt wurde, kündigte Landrat  Siegurd Heinze (parteilos) die Umsetzung des Urteils an.

Für Dietmar Horke ist das ein Schritt in die richtige Richtung unter der Voraussetzung, dass von einem Lkw-Fahrverbot der regionale Quell- und Zielverkehr nicht  beeinträchtigt sein dürfe. „Allerdings ist es erforderlich, dass beide Kreise an einem Strang ziehen“, betont Horke, der dafür vor Gericht ziehen werde. Denn wenn der OSL-Kreis Allmosen für bestimmte Lkw sperrt, dann muss das auch der SPN-Kreis weiträumig ausweisen. Darüber herrsche zurzeit aber noch keine Einigkeit.