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| 18:24 Uhr

Gegen „Wildwuchs“
Neue Adressen für Lehrer

Potsdam. Das Land Brandenburg gibt fast eine Dreiviertelmillion für E-Mails aus. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs Bildungsministerium will mehr als 700 000 Euro ausgeben, damit Brandenburgs Lehrkräfte künftig einheitliche e-Mail-Adressen haben. Wie der Sprecher des Ministeriums, Ralf Kotsch, der RUNDSCHAU bestätigte, habe Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) dieses Thema in der jüngsten Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses eingebracht. „Derzeit gibt es in diesem Bereich völligen Wildwuchs“, sagte Kotsch. Manche Lehrer würden ihre private E-Mail-Adresse verwenden, anderswo gäbe es Insellösungen etwa in einem Landkreis. „Das soll vereinheitlicht werden.“

Zur Umsetzung des Projekts sei das Ministerium mit dem zentralen IT-Dienstleister des Landes im Gespräch, der von Anschubkosten von 700 000 Euro ausgehe. Dazu kämen dann noch Betriebskosten, die in den kommenden Jahren anfielen. Auch die Landesdatenschutzbeauftragte sei in das Vorhaben einbezogen.

 Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs, bestätigte, dass es derzeit viele Fälle gibt, in denen Lehrer ihre private E-Mail-Adresse nutzten. „Eine Dienst-E-Mail ist im Grunde nicht falsch“, sagte Fuchs gegenüber der RUNDSCHAU Allerdings müsse man sich schon die Frage stellen, ob die Schaffung einheitlicher e-Mail-Adressen die dringlichste Aufgabe sei, vor der die Schulen derzeit stünden. „Auf jeden Fall müssen hier am Ende zwei Dinge stimmen: Der Datenschutz und das Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Kritik übte auch der Generalsekretär der Landes-CDU, Steeven Bretz. „Lehrer brauchen heutzutage nicht nur ein Postfach, sondern auch eine Mailadresse“, sagte Bretz gegenüber dieser Zeitung. „Diese Selbstverständlichkeit hat im Jahr 2018 endlich auch die Landesregierung in Brandenburg mitbekommen.“ Rot-Rot wisse zwar noch nicht, wie man die Mailadressen einrichten könne, plane aber mit Kosten in Höhe von 700.000 Euro. „Diese Posse ist der nächste Beleg dafür, dass die Politik von SPD und Linke um Jahre der Realität hinterherhinkt.“