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| 19:05 Uhr

Regenerative Energien
Zweiter Solarpark in Vetschau

Der bereits 2015 in Betrieb genommene Solarpark in Raddusch nahe der Autobahn.
Der bereits 2015 in Betrieb genommene Solarpark in Raddusch nahe der Autobahn. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Vetschau. Auf einem 16 Hektar-Streifen entlang der A 15 sollen rund 30 000 Module montiert werden.

Im Hauptausschuss der Stadt Vetschau hatten die Stadtverordneten nicht viel einzuwenden gegen das Vorhaben der Fischl Projektentwicklung UG in Großräschen. Zwar hatten Hans-Ulrich Reuter (SPD) und Karola Schmidt (Linke) so ihre Bedenken angesichts der Strompreise in Brandenburg und einer Energieerzeugung über den Bedarf hinaus. Doch selbst sie stimmten zumindest nicht gegen das Solarpark-Projekt, sondern enthielten sich nur.

Gunther Schmidt (CDU) erwähnte in der Diskussion die Gewerbesteuer-Einnahmen für Vetschau. Winfried Böhmer (Grüne) wies darauf hin, dass Solarparkfläche für die Natur besser sei als Ackerfläche. Mit fünf Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen winkten die Ausschussmitglieder die Beschlussvorlagen für den Bebauungsplan und den zwischen Stadt und Vorhabenträger abgeschlossenen Vertrag ab. Nun muss nur noch die Stadtverodnetenversammlung zustimmen.

Was im Ausschuss befürwortet wurde, ist eine Photovoltaik-Anlage mit 30 000 Modulen auf einem 16 Hektar großen Flächenstreifen, der sich entlang der A 15 zwischen Vetschau und dem Ortsteil Göritz erstreckt. Im Juni will man mit dem Bau beginnen, bereits im September diesen Jahres damit fertig werden, so Joseph Fischl. Zwölf Millionen Euro etwa werden investiert. Mit inbegriffen seien die Kosten für den ökologischen Ausgleich auf einer Fläche von ungefähr vier Hektar Größe. Wobei vor allem der Kahnsdorfer See nahe der Slawenburg Raddusch besonders berücksichtigt wird. Hier sollen unter anderem Kleingehölze, Totholz, Findlinge und Lesesteine für Reptilien und Amphibien sowie Nisthilfen für Höhlenbrüter das Habitat aufwerten.

Aber schon die Solarparkfläche selbst sei naturverträglich, so Joseph Fischl weiter. Was die Stellungnahme der Naturschutzbehörde im bereits vorliegenden Abwägungsprotokoll zu bestätigen scheint. Solarparks wiesen gegenüber Ackerfläche eine zum Teil deutlich höhere Artenvielfalt auf, heißt es da. Selbst mit Modulen überbaute Flächen eigneten sich für Brutvögel. Die Diebstahlschutzzäune, ergänzt der Projektentwickler, lassen zum Boden hin genug Platz, damit Tiere drunter durch kommen. „Sogar Rehe schaffen das.“ Der Solarpark sorge außerdem für einen gewissen Lärmschutz.

Die Ackerflächen seien einer Erbengemeinschaft abgekauft worden, sagt Joseph Fischl ohne einen Preis zu nennen. Es handle sich um einen qualitativ nicht sehr hochwertigen Boden. Zur Autobahn hin werde ein 40 Meter-Abstand gewahrt. Ein Käufer für die fertige Anlage sei bereits gefunden. Das Energieversorgungsunternehmen Trianel mit Sitz in Aachen. Ein Gemeinschaftsunternehmen von rund 50 Stadtwerken beziehungsweise kommunalen Energieversorgern.

Damit wird sich südwestlich der A 15 zwischen Vetschau und Raddusch ein mehrere Kilometer langes Modul-Feld erstrecken. Denn bereits 2015 hat ebenfalls Projektentwickler Fischl knapp 28 000 photovoltaische Zellen installieren lassen. Unterbrochen wird das Band nur von der Slawenburg Raddusch und künftig nahe Vetschau von einer Kleingartenanlage.