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Zweitakter stottert, Trabitreffen fällt aus

Lug.. Sie sind „Ostalgiker“, süchtig nach dem Geruch verbrannten Zweitaktbenzins, vertraut im Umgang mit einer Lenkradschaltung und bereit, auf jeden neuen Schnickschnack zu verzichten – die Trabifreunde, die sich das zweite Juliwochenende im Kalender immer dick angestrichen haben. Uwe Hegewald

Dann veranstaltet der Trabant-Club "Schorsch" im Rahmen des Dorffestes in Lug sein traditionelles "Niederlausitzer Trabitreffen". Doch in diesem Jahr bleiben die DDR-Legenden in den Garagen - der Zweitakter stottert.
"Ich denke, dass uns allen ein Aussetzen ganz gut bekommt", sagt Uwe Kalz. "Für das Dorf entwickelte sich die Veranstaltung immer mehr zu einem Kraftakt", so der Ortsbürgermeister von Lug. Im Zweitakt hatten der Dorfclub und die Feuerwehr auf der einen und der Trabant-Club "Schorsch" auf der anderen Seite das "Dorf- und Autofestival" neun Jahre in Folge ge stemmt. Erklärtes Ziel war es, dass stets beide Partner das Treffen auf der Festwiese am Dorfausgang in Richtung Altdöbern mit einem Plus in der Kasse verlassen. "Im vergangenen Jahr hatten wir um Haaresbreite rote Zahlen schreiben müssen. Aufwand und Nutzen standen in keinem angemessenen Verhältnis mehr zueinander", begründet Uwe Kalz das Drücken aufs Bremspedal.
"Für uns kam die Absage schon etwas überraschend. Gern hätten wir in Lug in diesem Jahr unser Jubiläum, das 10. Niederlausitzer Trabitreffen, gefeiert", sagt Jörg Liebchen, Vorsitzender des rund ein Dutzend Mitglieder zählenden Trabant-Clubs "Schorsch". "Durch die kurzfristige Absage ist es uns nicht mehr gelungen, rechtzeitig eine geeignete Veranstaltungsfläche zu finden", so der Tröbitzer. Rund 200 Trabis und IFA-Fahrzeuge, die jährlich samt Insassen und Campingausrüstung für ein Wochenende nach Lug pilgerten, machen den immensen Platz- und Servicebedarf (Toiletten, Strom, Trinkwasser) deutlich.
"Das nächste Niederlausitzer Trabitreffen könnte eventuell in Tröbitz stattfinden. Die Gespräche sind auf einem guten Weg", informiert Jörg Liebchen.