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Spreewaldweihnacht
Weihnachtsduft und Spreewaldluft

Spreewald-Winter, wie ihn sich viele wünschen. Aber die ganz dicken Schneewolken sind bisher nicht in Sicht.
Spreewald-Winter, wie ihn sich viele wünschen. Aber die ganz dicken Schneewolken sind bisher nicht in Sicht. FOTO: M. Behnke
Lübbenau/Lehde. Veranstalter der Spreewaldweihnacht in Lübbenau rechnen mit mehr Gästen als im Vorjahr. Dafür haben sie sich auch Einiges einfallen lassen. Von Daniel Preikschat

Noch herrscht gähnende Leere auf dem Großen Spreewaldhafen in Lübbenau. Am kommenden Wochenende jedoch, da ist man sich in der Geschäftsstelle der Kahnfährgenossenschaft sicher, werde sich ganz anderes Bild bieten. Vorsitzender Steffen Franke und seine beiden Mitarbeiter haben in den vergangenen Wochen tausende Tickets für die Spreewaldweihnacht an den beiden kommenden Adventswochenenden verkauft. Rund 15 000 Besucher hatten die Veranstaltungen mit der Überschrift „Zwei Märkte – eine Kahnfahrt“ im vergangenen Jahr. In diesem Jahr sagt Franke: „Da kommen wir drüber.“

Nicht nur der Große Spreewaldhafen wird am Wochenende bevölkert sein. Im nur wenige Kilometer entfernten Freilandmuseum in Lehde dürfte sogar noch mehr los sein. Idee der Spreewaldweihnacht ist zwar, dass Gäste erst den Markt im Hafen erkunden, sich danach im Kahn nach Lehde fahren lassen, um dort den zweiten Markt zu besuchen. Doch viele Besucher begeben sich im Auto oder auch zu Fuß gleich nach Lehde und lassen die Kahnfahrt aus, so Franke. Apropos zu Fuß. Alternativ zur Kahn-Rückfahrt werden begleitete Fackelwanderungen vom Museum zurück zum Hafen angeboten.

Der Aufwand, den die Veranstalter treiben, ist wieder enorm. Ungefähr 50 winterfeste Alu-Kähne werden ständig zwischen Hafen und Museum pendeln. Ihn selbst, so der Genossenschaftsvorstand, erinnere das an einen Seilbahnbetrieb. Auf den Kähnen treffen Gäste nicht nur den Kahnfährmann an, sondern auch kostümierte Kinder der Werner-Seelenbinder- sowie auch der Traugott-Hirschberger-Grundschule. Weihnachtsmärchen und Spreewaldsagen werden die Wichtel vortragen. In den vergangenen Jahren sei das bei den Kahnfährgästen gut angekommen. Es gab reichlich Trinkgeld für die Schüler. Außerdem, so Franke, können sie bei der Gelegenheit den freien Vortrag üben. Zwei Fahrten soll jedes Kind mitmachen dürfen.

Die seit der Spreewaldweihnachten-Premiere 2009 im Laufe der Jahre kontinuierlich steigende Besucherzahl ist für Steffen Franke einerseits erfreulich. Anderseits werde das auch zur Herausforderung. Kahnfährmänner und Touristiker in Lübbenau diskutieren bereits darüber, die Veranstaltungswochenenden zu verlängern. Also etwa den Donnerstag und Freitag noch mit dazu zu nehmen. Gefragt seien schon jetzt aber auch die Anbieter von Ferienwohnungen. Viele Weihnachtsmarktbesucher wollen in Lübbenau und Umgebung auch übernachten. Franke weiß, dass die Hotels in der Spreewaldstadt während der beiden Adventswochenenden komplett ausgebucht sind. Ferienwohnungen hingegen stünden noch einige zur Verfügung. Gäste und Privatvermieter müssten besser zusammengebracht werden. Dazu gehöre aber auch, in den Ferienwohnungen Frühstück zu bieten. „Das wollen die Gäste nun mal haben“, so Franke.

Weiterhin sollen noch mehr Tickets als bisher im Vorverkauf abgesetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Genossenschaft die Kartenpreise im Vorverkauf dieses Jahr nicht erhöht. Nur an der Tageskasse sind jetzt zwei Euro mehr zu entrichten. Außerdem soll künftig eine moderne Ticket-Technik mit entsprechender Software angeschafft werden.