Den etwas schüchtern wirkenden jungen schlanken Mann im schwarzen Anzug, der im Gang nach etwas zu schauen schien, nahm niemand sonderlich zur Kenntnis. Bis zu seinem Auftritt.

Hanno Loyda jun. hatte von den ersten Worten an das Publikum für sich eingenommen. Logisch, dass im Rittersaal der „Ritter Fips“ mit seinen Versen wie „Ritter Fips hatte Magd und Knechte – und eine Frau, das war das Schlechte“ präsent wurde. Für solche Sprüche entschuldigte er sich schon vorher, schließlich war er ja zum Abschluss der Frauenwoche eingeladen worden. Hanno Loyda bemühte sich um ausgleichende Gerechtigkeit, so dass irgendwann alle ihr Fett abbekamen. Aber dem Anlass angepasst, zitierte er gern Heinz Erhardts Frauensprüche: „Manche Frauen würden vor Glück zerspringen, würde der Klapper storch zum Kind auch den Vater bringen“ oder „Warum Starletts Köpfe haben? Um nicht das Stroh unterm Arm zu tragen.“ Hanno Loyda jun. vom Berliner MusikComerett „Die Kichererbsen“ meisterte den Abend mit Bravour, erhielt viel Beifall und bedankte sich mit Zugaben.

„Ich dachte, ich bin bei Heinz Erhardt, so genau kamen Mimik und die Pointen herüber. Da glaubte ich, meinen Augen nicht zu trauen“, äußerte sich schon in der Pause Ingrid Zschoke aus Stradow. Joachim Haberland aus Cottbus staunte über das Talent des jungen Künstlers: „Den Heinz Erhardt zu geben, ist bestimmt nicht einfach für ihn, aber er hat es bestens gemeistert.“ Auch die Vetschauerin Christine Buhlan war beeindruckt: „Ich habe ja schon vieles mal gehört, aber so kompakt eben auch noch nicht. ‚Die Made‘ ist herrlich und ist in meinen Augen das Beste.“

Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) dankte vor der Veranstaltung Hannelore Pleger mit einem Blumenstrauß. Die Vorsitzende des Kulturvereins hatte sich in der Frauenwoche engagiert und gemeinsam mit der Bibliothek den Künstler für diesen Abend eingeladen.