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| 15:44 Uhr

Cooler Sound auf der Sandbahn
Wehe, wenn sie losgelassen werden

 Der Sound faszinierend, die Kurvenlage spektakulär, der Eifer grenzenlos. Beim 9. Hindenberg-Dirt-Track-Races ist Motorsportfans und Fahrzeug-Nostalgikern aber so richtig das Herz aufgegangen. Der Wettbewerb auf dem Hindenberg-Speedway gilt als das härteste und authentischste Vintage-Dirt-Track-Races in ganz Deutschland.
Der Sound faszinierend, die Kurvenlage spektakulär, der Eifer grenzenlos. Beim 9. Hindenberg-Dirt-Track-Races ist Motorsportfans und Fahrzeug-Nostalgikern aber so richtig das Herz aufgegangen. Der Wettbewerb auf dem Hindenberg-Speedway gilt als das härteste und authentischste Vintage-Dirt-Track-Races in ganz Deutschland. FOTO: Uwe Hegewald
Hindenberg. Zuschaueransturm zu den 9. Hindenberg-Dirt-Track-Races. Teilnehmer aus fünf Ländern dabei. Von Uwe Hegewald

  Der Sound faszinierend, die Kurvenlage spektakulär, der Eifer grenzenlos. Beim 9. Hindenberg-Dirt-Track-Races ist Motorsportfans und Fahrzeug-Nostalgikern aber so richtig das Herz aufgegangen. Der Wettbewerb auf dem Hindenberg-Speedway gilt als das härteste und authentischste Vintage-Dirt-Track-Race in ganz Deutschland. „Mit willkommener internationaler Beteiligung“, hebt Peggy Jork hervor.

An der Seite von Lebensgefährte und Rennmoderator Mike Lange, sowie Jakob Kempmann bildet sie den Kopf der Veranstaltung mit Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz, Dänemark, Finnland und den Niederlanden. In der Late Model-Super Competition fahren die „fliegenden Holländer“ den Champion unter sich aus. „Im Trainingslauf hat es Holger Mehlhase mit seinem Chev­rolet an die Bande gedrückt. Der Potsdamer hat im Winter tüchtig zu schrauben“, teilt Mike Lange dem Publikum mit und entlockt diesem einen intensiven Trost- und Motivationsapplaus.

 Frauenpower par excellence: Peggy Jork ist Mitveranstalterin und Pressesprecherin der Hindenberg-Dirt-Track-Races, aber auch Rennfahrerin und Mechanikerin, die ganz selbstverständlich an ihrem Ford V8 (Baujahr 1940) herumschraubt.
Frauenpower par excellence: Peggy Jork ist Mitveranstalterin und Pressesprecherin der Hindenberg-Dirt-Track-Races, aber auch Rennfahrerin und Mechanikerin, die ganz selbstverständlich an ihrem Ford V8 (Baujahr 1940) herumschraubt. FOTO: Uwe Hegewald

In den Augen von René Thiele eine Selbstverständlichkeit. „Wir fühlen uns wie eine große Familie. Respekt und Fairness charakterisieren den Wettbewerb, egal ob auf der Sandbahn, im Fahrerlager oder auf den Rängen“, so der 54-Jährige, der seit fünf Jahren die Start- und Zielflagge schwenkt. Aus Reicho (Sachsen-Anhalt) kommend, hat er noch eine verhältnismäßig vertretbare Anreise. Bis aus Fürstenfeldbruck (Metropolregion München) zieht es Oldtimer-Besitzer nach Hindenberg (Stadt Lübbenau), um zu sehen und gesehen zu werden.

In einem schwarzen Petticoat-Kleid mit weißen Punkten zieht auch Daniela Gülzow die Blicke auf sich. Warum sich die Berlinerin stilecht kleidet und ihrem Mann René begleitet? „Wir sind seit Längerem der Rockabilly-Szene und dem Motorsport mit historischen Fahrzeugen zugetan. Endlich hat es einmal mit einem Besuch in Hindenberg geklappt“, erklären die Hauptstädter. Ihr zwischenzeitliches Fazit: „Tolles Flair, super Begeisterung – wenn es sich einrichten lässt, sind wir im kommenden Jahr wieder mit dabei. Vielleicht auch bei der abendlichen Livemusik.“

Dass es anno 2020 ein 10. Dirt-Track-Race geben wird, gilt als wahrscheinlich. „Die Veranstaltung erweist sich wachsender Beliebtheit. Da wir mit dem Lübbenauer Motorsportclub zugängliche Partner an unserer Seite wissen, bin ich zuversichtlich“, blickt Peggy Jork schon voraus.

Die Peggy, die in der Auto- Late Model Flathead-Klasse selbst hinter einem Lenkrad sitzt. Dass es im Vorlauf nicht so recht klappen will, trägt die Motorbiene aus Doberlug Kirchhain mit Fassung. „Ist halt ein Rennen“, stellt sie nüchtern klar. Lebensgefährte und Rennmoderator Mike Lange sieht seine Herzensdame nach einer Renn-Attacke gegen die männliche Konkurrenz zwar noch in Kampfmodus und hofft auf eine gute Rundenzeit, um sich doch noch für den Finallauf zu qualifizieren. Auch hat er bei der zügigen Folge von Läufen gar keine Zeit, jede einzelne Rennsituation ausführlich zu kommentieren. Es sind die spritzigen, witzigen und schlagfertigen Ausführungen, die für Unterhaltsamkeit sorgen. Selbst als der Wasserwagen die Piste präpariert, versteht er es, die Aktion verbal zu begleiten. „René lässt Wasser“ kommentiert er die Fahrt des „orangefarbenen Wunderwerks aus der Tschechoslowakei“.

Insgesamt sind es rund 100 Helfer, die sich bei der Veranstaltung einbringen und bei denen sich Peggy Jork über die Heimatzeitung noch einmal herzlich bedankt. Unter ihnen die Freiwillige Feuerwehr Hindenberg um Ortsvorsteher Rico Angermann, der das Organisations-Talent und den Ideenreichtum der Veranstalter würdigt. „Allein die aus alten Fahrzeugteilen geschaffenen Pokale sind an Genialität kaum zu übertreffen“, nennt er ein Beispiel.