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| 17:34 Uhr

Bei über 30 Grad
Zum letzten Mal hitzefrei

Selbst im erst kürzlich sanierten Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau, ausgestattet mit moderner leistungsfähiger Belüftung und Jalousien, wurden in den Klassenzimmern unzumutbar hohe Temperaturen erreicht.
Selbst im erst kürzlich sanierten Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau, ausgestattet mit moderner leistungsfähiger Belüftung und Jalousien, wurden in den Klassenzimmern unzumutbar hohe Temperaturen erreicht. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau/Calau/Vetschau. Donnerstag durften Schüler in Lübbenau, Calau und Vetschau erneut früher nach Hause.

Die Schüler fanden es gut, Lehrer und Schulleiter eher nicht. Wahrscheinlich zum letzten Mal in diesem Jahr gab es am Donnerstag in den Schulen in der Region hitzefrei. Spätestens um 12 Uhr war Schluss mit Unterricht in Lübbenau, Calau und Vetschau. In den Schulen haben die Kinder danach allenfalls noch etwas gegessen oder haben den Hort besucht. Was zum Beispiel in der Traugott-Hirschberger-Grundschule in der Lübbenauer Altstadt so aussah, dass draußen im Schatten in kleinen Becken herumgeplanscht wurde. Für Schüler der Schulzentren in Vetschau und Calau war bis 12 Uhr beziehungsweise 13 Uhr ohnehin Schwimmunterricht im Freibad eingeplant. Wie in weiser Voraussicht.

Wobei Steffen Bretschneider, Leiter des Albert-Schweitzer-Schulzentrums in Calau, und sein Kollege Matthias Lösche vom Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau das Wort „hitzefrei“ nur ungern in den Mund nehmen. Lieber reden sie von „verkürztem Unterricht“. In Lübbenau gab es den nur am Donnerstag. Heißt: Statt wie sonst üblich in 90-Minuten-Blöcken wurden nur 60 Minuten am Stück unterrichtet. Folglich war in der Straße des Friedens für die meisten Schüler bereits um 11.35 Uhr Schulschluss, spätestens aber nach der siebten und achten Stunde um 12.55 Uhr.

Die nach aufwendiger energetischer Sanierung wohl modernste Bildungseinrichtung der Region verfüge zwar über eine leistungsfähige Lüftung und gute Jalousien, so Lösche. Doch bei über 30 Grad draußen reiche das nicht, um für erträgliche Raumtemperaturen zu sorgen. Zumindest nicht am Donnerstag. Am Mittwoch wurde noch normal unterrichtet, am Freitag soll das ebenso sein.

Auf normalen Unterricht am Freitag richtet man sich auch in den anderen Schulen in Lübbenau, Calau und Vetschau ein. Anders als im Gymnasium durften die Schüler dort aber alle schon am Mittwoch oder sogar schon Dienstag früher nach Hause. Die Kinder fanden das durchweg toll. Für die Lehrer indes, so die Schulleiter unisono, sei es herausfordernd, den Unterrichtsstoff in weniger Zeit zu vermitteln, beziehungsweise ihn in den Folgestunden noch unterzubringen in den Köpfen der Schüler. Schließlich habe man den Unterricht in diesem Jahr wegen der Hitze so oft verkürzen müssen wie schon seit Jahren nicht mehr. Einführendes und Ausschmückendes, sagt Steffen Bretschneider vom Vetschauer Schulzentrum Dr. Albert Schweitzer, müsste man beispielsweise in den kürzeren Schulstunden dann auch mal weglassen. Matthias Lösche vom Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau ergänzt: „Das ist schon ein etwas holperiger Start ins Schuljahr.“

In die Hitzefrei-Bredouille kamen die Schulen nach Ansicht Bretschneiders vor allem durch den vergleichsweise frühen Schuljahrsbeginn schon Mitte August mit erwartbar noch hohen Temperaturen. Er sei mal gespannt auf den Schuljahresbeginn 2019/2020 Anfang August. Wenn sich künftig hitzebedingt – möglicherweise infolge des Klimawandels – die Unterrichtszeit immer mehr verkürzt, müsse man sich etwas einfallen lassen, etwa Schulen mit Klimaanlagen ausstatten.