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Zum Essen in den Raumcontainer

Mit Beginn des neuen Schuljahres am kommenden Montag nehmen die Grundschüler in der Neustadt ihre Mahlzeiten in einem Container ein.
Mit Beginn des neuen Schuljahres am kommenden Montag nehmen die Grundschüler in der Neustadt ihre Mahlzeiten in einem Container ein. FOTO: dpr
Lübbenau. Schön ist anders, aber Hauptsache es erfüllt seinen Zweck – das mag so mancher denken, der den großen Raumcontainer vor der Werner-Seelenbinder-Grundschule in der Lübbenauer Neustadt sieht. Und wer so denkt, hat wohl auch recht. Daniel Preikschat

Zumindest nach Meinung der Planer im Rathaus sowie der Schul- und der Hortleiterin.

Für Kathrin Müller, die mit ihren Kollegen 200 Seelenbinder-Grundschüler im Hort "So aktiv" betreut, ist der Raumcontainer eine "sehr günstige Übergangslösung". Denn bisher mussten die Schüler mittags mitunter Schlange stehen vor dem Essenraum im Schulgebäude und warten, bis Mitschüler fertig waren mit dem Essen. Wenn die Zeit drängte, wurde sogar auf dem Schulflur gegessen. 40 Sitzplätze am Mittagstisch waren viel zu wenig für die größte Lübbenauer Grundschule mit über 330 Kindern in 15 Klassen.

Im neuen Raumcontainer, der heute von der Bauaufsicht des Landkreises abgenommen wird, können 140 Kinder gleichzeitig ihre Mahlzeit einnehmen. Mit untergebracht sind ein Raum für die Essenausgabe und die Toiletten. Um 11.20 Uhr essen erst die älteren Kinder, die anschließend noch Unterricht haben, erklärt Schulleiterin Annett Kraak. Um 11.50 Uhr sind die Jüngeren dran, die anschließend in den Hort im Schulgebäude gehen. Dort entspanne sich die Raumsituation nun deutlich, sagt Hortleiterin Kathrin Müller. Der ehemalige Essenraum wird mit einer mobilen Trennwand zweigeteilt, Kinder und Erzieher finden bessere Bedingungen vor. Darüber hinaus habe der Container auch einen gewissen pädagogischen Nutzen, so die Hortleiterin. Schüler sollten schließlich auch lernen, mit einer neuen Situation gut umzugehen, das Beste daraus zu machen.

Worauf Kathrin Müller und Annett Kraak nun noch warten, ist die Umzäunung des Außengeländes auf der Haupteingangsseite. Sie ist umso wichtiger, da die Kinder wegen des Essen-Containers ständig rein und raus müssen. Ohne Zaun sei es verführerisch, das Schulgelände zu verlassen. Vor allem aber, so Annett Kraak, könne man ein umzäuntes Außengelände gut für Schulzwecke nutzen und dort beispielsweise mal etwas anbauen oder gestalten. Lange wird ein fester Zaun wohl auch nicht mehr auf sich warten lassen. Dieses Jahr, sagt der stellvertretende Bürgermeister Rainer Schamberg, komme er.

Zum Thema:
Für die geplante zweijährige Containerlösung zahlt die Stadt Lübbenau rund 170 000 Euro. Für alle drei Grundschulen ist eine Entwicklungsplanung noch in der Diskussion. Dabei wird auch darüber entschieden, ob die Werner-Seelenbinder-Grundschule weiter drei Klassen pro Jahrgangsstufe haben soll und deshalb möglicherweise ein neues Hortgebäude in Schulnähe bekommt.