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| 15:32 Uhr

Gefahren- und Risikoanalyse
Zu wenig Löschwasser für Calau

Wie kann ein kontinuierlicher Brandschutz durch die Feuerwehr Calau sichergestellt werden? Ein Gefahrenabwehrbedarfsplan gibt Auskunft.
Wie kann ein kontinuierlicher Brandschutz durch die Feuerwehr Calau sichergestellt werden? Ein Gefahrenabwehrbedarfsplan gibt Auskunft. FOTO: Jan Augustin
Calau. Gefahrenanalyse der städtischen Feuerwehr zeigt deutliche Schwachstellen beim Brandschutz. Von Rüdiger Hofmann

Die Löschwasserversorgung ist in zahlreichen Gebieten der Stadt Calau nicht ausreichend. In den meisten Ortsteilen kann nicht einmal der geforderte Grundschutz mit 48 Kubikmeter pro Stunde, also 800 Litern pro Minute, bereitgestellt werden. Das geht aus der aktuellen Gefahren- und Risikoanalyse der Stadt hervor, die im jüngsten Hauptausschuss vorgestellt wurde. Die geforderten Löschwassermengen müssen über einen Zeitraum von zwei Stunden zur Verfügung stehen. „Dieser Zustand ist dringend zu ändern, da die vorhandenen Löschteiche im Winter durch Eisbildung kaum nutzbar sind“, so Stadtwehrführer André Dreßler. Durch Mittel der Feuerwehr sei dieser Mangelzustand nicht kompensierbar. Seitens der Verwaltung ist eine Planung zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung im gesamten Stadtgebiet zu erstellen, heißt es aus dem Bericht.

Bei der Analyse wurden weitere Schwachstellen bei der Gewährleistung eines alltäglichen und flächendeckenden Grundschutzes durch die Feuerwehr aufgelistet. So stehen ausgebildete Maschinisten nicht in allen örtlichen Feuerwehreinheiten ausreichend zur Verfügung. „Hinzu kommt das Fehlen ausgebildeter Atemschutzgeräteträger zur Sicherung des Eigenschutzes und beim Vorgehen zum Innenangriff bei der Brandbekämpfung“, heißt es weiter. Fahrzeuge seien in der Vielzahl überaltert. Hier wirken der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und die Stadt Calau allerdings entgegen. Vor gut einer Woche sind sechs Fahrzeuge im Werte von über einer Million Euro an Wehren übergeben worden, darunter ein Einsatzleitwagen an die Wehr Calau, ein Löschgruppenfahrzeug an die Wehr Saßleben und ein Mannschaftstransportwagen an die Wehr in Buckow.

Die amtsfreien Gemeinden, Ämter und kreisfreien Städte sind verpflichtet, eine Gefahren- und Risikoanalyse zu erstellen und in einem Gefahrenabwehrbedarfsplan den örtlichen Verhältnissen entsprechend Schutzziele festzulegen. Daraus bestimmen sich die Personal- und Sachausstattung der Feuerwehr sowie die notwendige, angemessene Löschwasserversorgung. Bei der Erstellung des Gefahrenabwehrbedarfsplanes geht es um die Ermittlung des erforderlichen Personal- und Fahrzeugbedarfs zur Erreichung der Schutzziele. Hieraus erfolgt eine Gegenüberstellung des ermittelten mit dem vorhandenen Gefahrenabwehrpotenzial und die Festlegung von kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Erreichung der Schutzziele.

Kurzfristig sollen die künftig anstehenden Anforderungen an die Schutzausrüstung der Feuerwehrkameraden analysiert werden. Mittelfristig soll am Standort Groß Mehßow für die dort zu stationierende Technik ein ausreichend dimensioniertes Gerätehaus errichtet werden. Generell sind die Gerätehäuser zu modernisieren und der Standort Calau zu überplanen. „Als langfristiges Ziel ist das Gerätehaus der Ortswehr Groß Jehser neu zu planen“, so die Stadtwehrführung. Der Standort Mallenchen (Gemeindeteil von Groß Jehser) ist für die Unterstellung eines neuen, dieselgetriebenen Fahrzeuges aufzuwerten.

Bereits 2008 wurde die Gefahren- und Risikoanalyse mit Gefahrenabwehrbedarfsplan für die Stadt Calau durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die nun regelmäßig fortgeschrieben werden muss.