Seit Jahren wird ein Rückgang der Storchenpopulation beobachtet. Jürgen Jentsch vom Nabu-Regionalverband Calau: „Der Frosch fressende Storch ist tief im Bewusstsein der Menschen verankert, weil das auch beobachtet werden kann, aber seine Hauptnahrung besteht aus Insekten und Würmern, und deren Aufnahme durch die Störche wird eben kaum wahrgenommen.“

Auch im Spreewald fehlen Insekten als Nahrungsrundlage für Störche

Für Stefan Schön vom Nabu sind die Insekten nur ein weiteres Glied in der Nahrungskette: „Wenn wir nur noch riesige Nutzflächen ohne Begleitkulturen haben, wenn selbst schon Höfe und Vorgärten aus lauter Bequemlichkeit -und Gedankenlosigkeit- zugepflastert oder zugeschottert werden, gibt es auch keine Wildpflanzen, die die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten darstellen. Wir brauchen ein neues Grundverständnis für diese Zusammenhänge.“

Beide Experten plädieren für mehr Naturbelassenheit, für Blühstreifenprojekte und den Erwerb von Landflächen durch den Nabu. „Dann wäre eine Landwirtschaft möglich, wo die Vorteile nicht gänzlich auf Seiten des Maximalertrages stehen und Störche auch profitieren“, so Schön.

Gabi Matschke ist eine von den Helfern, die täglich die Krötenschutzzäune entlang der Straßen kontrollieren. „So wenig Amphibien wie in diesem Jahr hatten wir noch nie in den Sammelgefäßen.“ Für sie liegt das Problem am sehr milden Winter, der schon vorzeitig zur Wanderung geführt haben könnte. „Vielleicht aber auch am sehr trocknen Wetter, denn zum Wandern brauchen die Tiere eine gewisse Feuchtigkeit.“

Kameras beobachten Störche in zwei Spreewälder Horsten

Um die Bevölkerung für diese Problematik zu sensibilisieren, betreibt der Nabu mit Unterstützung des Regionalversorgers enviaM/Mitnetz an zwei Storchenhorsten in Raddusch Live-Kameras. Wenn beide Horste besetzt sind, wäre das schon ein erster Erfolg. Am Horst der Feuerwehr kam am 1. April der erste Storch an – mit etwa zehntägiger Verspätung. Wie der weitere Verlauf ist, kann unter www.storchennest.de ab beobachtet werden.