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| 02:32 Uhr

Zu rustikal – Kahnbänke müssen weg

Vier Kahnbänke unterschiedlicher Sitzhöhe, die älteste angeblich von 1911, müssen einer passenderen Außenmöblierung Platz machen.
Vier Kahnbänke unterschiedlicher Sitzhöhe, die älteste angeblich von 1911, müssen einer passenderen Außenmöblierung Platz machen. FOTO: Preikschat
Lübbenau. Die vier schweren Sitzbänke, die in der Ehm-Welk-Straße um einen Tisch herum gruppiert standen, sind verschwunden. Zähneknirschend hat Gastronom Werner Zimmermann die aus seiner Sicht einzigartige historische Kahnsitzbank-Garnitur vor wenigen Tagen wegräumen lassen. dpr

Dazu hatte die Stadtverwaltung den Lübbenauer wiederholt aufgefordert. Zuletzt bekam Zimmermann ein Schreiben, in dem ihm angekündigt wurde, gar keine Außenmöblierung mehr stellen zu dürfen, sollte er nicht endlich handeln. Man würde sich dann gezwungen sehen, seine Sondernutzungserlaubnis zu prüfen.

Begründet hat die Stadtverwaltung ihr Vorgehen gegen die Kahnbanksitzgruppe mit ihrer Rustikalität, die für den städtischen Marktplatz im Sanierungsgebiet Lübbenau-Altstadt nicht angemessen sei. Besser seien Tische und Stühle, die Zimmermann von der Stadt sogar zur Verfügung gestellt werden.

Werner Zimmermann, der auf dem Kirchplatz auch sein Café Zeitlos betreibt, kann "das harte Vorgehen der Stadt" nicht nachvollziehen. Er habe eines der beliebtesten Fotomotive von Lübbenau auf den Platz gestellt. Bis Mitternacht hätten Gäste dort gern gesessen. Wenn er die Strandkörbe in der Dammstraße sehe, finde er diese Außenmöbel viel unpassender, sagt der Gastronom. Der Lübbenauer hat seine Bänke nun woanders hingestellt - wo, will er nicht verraten.