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Zeit für Herbstdeko

Mit meinem Zeitplan ist das nicht so einfach. Ich finde kaum noch eine Lücke zum Joggen.

Da ich immer spät aus dem Büro komme, ist es abends schon ziemlich dunkel. Im Schein der Straßenlampen über die Bürgersteige zu flitzen, vielleicht noch mit einer Stirnlampe am Kopf, ist nicht so mein Ding.

Bleibt nur der Morgen: Also geht es beizeiten schlaftrunken durch die Wohnung, um Shirt und Hose zusammenzusuchen und Laufschuhe anzuziehen. Fertig und los geht's. Selbst wenn ich dann wenig später vorm Haus auf der Straße stehe, ist der Schlaf noch in den Augen. Doch das macht rein gar nichts. Denn die Strecke an der Spree entschädigt für das zeitige Aufstehen. Manchmal ziehen Nebelschwaden auf und hängen in den Wiesen, kommt der Fischreiher im Tiefflug angeschwebt, blitzt die Sonne durch das Blätterdach alter Eichen. Vergessen ist die Qual des frühen Aufstehens. Gestern habe ich ein paar Kastanien und Eicheln mitgenommen. Als Deko für die Wohnung, dachte ich. "Und ich dachte, du warst joggen", sagte meine Lebensgefährtin, als sie die Eicheln und Kastanien auf dem Küchentisch erblickte.